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vollendet der Mensch die Reihe höherer Organisationen. In seinem physiologischen undpathologischen Zustande bietet er kaum eine eigene Klasse von Erscheinungen dar. Wassich auf diesen hohen Zweck des ärztlichen Studiums bezieht, und sich zu allgemeinen natur-wissenschaftlichen Ansichten erhebt, gehört vorzugsweise für diesen Verein. So wichtig esist, nicht das Band zu lösen, welches die gleichmäfsige Erforschung der organischen und un-organischen Natur umfafsl; so werden dennoch der zunehmende Umfang und die allinähligeEntwickelung dieses Instituts die Nolhwendigkcit fühlen lassen, aufser den gemeinschaftlichenöffentlichen Versammlungen, denen diese Halle bestimmt ist, auch sectionsweise ausführlichereVorträge über einzelne Disciplinen zu halten. Nur in solchen engeren Kreisen, nur unterMännern, welche Gleichheit der Studien zu einander hinzieht, sind mündliche Discussionenmöglich. Ohne diese Art der Erörterung, ohne Ansicht der gesammelten, oft schwer zubestimmenden und darum streitigen Naturkörper, würde der freimüthige Verkehr Wahrheit-suchender Männer eines belebenden Princips beraubt sein.
Unter den Anstalten, welche in dieser Stadt zur Aufnahme der Gesellschaft getroffenworden sind, hat man vorzüglich auf die Möglichkeit einer solchen Absonderung in SectionenRücksicht genommen. Die Hoffnung, clafs diese Vorkehrungen sich Ihres Beifalls erfreuenwerden, legt mir die Pflicht auf, liier in Erinnerung zu bringen, dafs, obgleich Ihr Vertrauenzweien Reisenden zugleich die Geschäftsführung übertragen hat, doch nur einem allein, mei-nem edlen Freunde, Herrn Lichtenstein, das Verdienst sorgsamer Vorsicht und rastloserThiitigkeit zukommt. Den wissenschaftlichen Geist achtend, der die Gesellschaft deutscherNaturforscher und Arzte beseelt, und die Nützlichkeit ihres Bestrebens anerkennend, ist dasKönigliche Ministerium des Unterrichts, seit vielen Monaten, jedem unsrer Wünsche mit deraufopferndsten Bereitwilligkeit zuvorgekommen.
In der Nähe der Versammlungsorte, welche auf diese Weise für Ihre allgemeinen undbesondern Arbeiten vorbereitet worden, erheben sich die Museen, welche der Zergliederungs-kunst, der Zoologie, der Oryklognosie und der Gebirgskunde gewidmet sind. Sie lieferndem Naturforscher einen reichen Stoff der Beobachtung und vielfache Gegenstände kritischerDiscussionen. Der gröfsere Theil dieser wohlgeordneten Sammlungen zählt, wie die Univer-sität zu Berlin, noch nicht zwei Decennien; die ältesten, zu welchen der botanische Garten(einer der reichsten in Europa) gehört, sind in dieser Periode nicht blofs vermehrt, sonderngänzlich umgcschaffen worden. Der frohe und lehrreiche Gcnufs, den solche Institute gewäh-ren, erinnert mit tiefem Dankgefühle, dafs sie das Werk des erhabenen Monarchen sind,der, geräuschlos, in einfacher Gröfse, jedes Jahr diese Königsstadt mit neuen Schätzen derNatur und der Kunst ausschmückt, und, was einen noch höheren Werth hat, als diese Schätzeselbst, was dem preufsischen Volke jugendliche Kraft und inneres Leben und gemüthvolleAnhänglichkeit an das alte Herrscherhaus giebt, der sich huldreich jedem Talente zuneigt,und freier Ausbildung des Geistes vertrauensvoll seinen königlichen Schutz verleiht.
Dem früheren Gebrauche gemäfs verlas hierauf der Secrelar die im Jahr 1822in Leipzig verfafsten, und seitdem unverändert gebliebenen Statuten. Statt desebenfalls sonst üblichen Gebrauchs, die Namen der bis zur ersten Sitzung angekom-menen Theilnehmer der Versammlung abzulesen, wurde von dem Secretar auf dasso eben erst abgedruckte und am Eingang ausgegebene Verzeichnifs derselben ver-wiesen und nur bemerkt, welche von den dort genannten Personen, deren Theil-nahme bis jetzt noch zu hoffen gewesen war, nach den zuletzt eingegangenen Nach-richten dennoch nicht erscheinen würden.