Druckschrift 
Amtlicher Bericht über die Versammlung deutscher Naturforscher und Ärzte zu Berlin im Sept. 1828 : nebst e. lithogr. Sammlung eigenhändiger Namenszüge der Theilnehmer
Entstehung
Seite
13
Einzelbild herunterladen
 

13

berg besuchen, an einem andern unter gleicher Bedingung und zu derselben Zeit eine Aus-fahrt nach einem nahe gelegnen ländlichen Yergnügungsort unternehmen. Bei der zuneh-menden Kürze der Tage wird an solchen Tagen das Mittagsessen etwas früher eingenommenund die Zeit der Rückkehr fällt dann mit dem Anfänge des Schauspiels zusammen. Für dieletzten Tage bedarf es keiner Vorkerbestimmung, da sich durch fortgesetzte gegenseitige An-näherung alle fernere Verabredung und Bescheidung erleichtert.

Nachdem nun in den Tagen vom 14 len bis 17 ten die sämtlichen Fremden, welcheder Versammlung beiwohnen wollten, sich eingefunden, und in gemeinschaftlichemBesuch der Königl. Sammlungen oder an der seit dem 10 lcn schon gemeinschaftlichgehaltenen Mittagstafel gegenseitige Bekanntschaft angeknüpft oder erneuert hatten,nachdem auch während dieser Tage die zu haltenden Vorträge angekündigt und dienöthigen Verabredungen über die Folge derselben getroffen waren, nachdem endlichnoch in einem von der Vors teil erschaft der Sing-Akademie veranstalteten Concertden Fremden Gelegenheit gegeben war, zugleich eins der Meisterwerke Handels,das Alexandersfest, in meisterhafter Ausführung, und das Local kennen zu lernen,in welchem die öffentlichen Sitzungen Statt finden sollten, begannen diese selbst andem durch die Statuten bestimmten Tage, den 18 lcn Septbr. Morgens 10 Uhr.

In gröfster Ruhe ordneten sich die Mitglieder, dem in der Bekanntmachunggegebenen Vorschläge gemäfs, nach den Nummern ihrer Karlen; ihnen gegenüberauf den stufenweise erhöhten Silzbänken, zu welchen ein gesonderter Eingang führte,nahmen die ausgezeichneten Personen der Residenz ihre Plätze ein, und in der Königl.Loge erschienen Se Königl. Hoheit der Kronprinz, Se Königl. Hoheit der Herzogvon Cumberland nebst andern vornehmen Personen aus der nächsten UmgehungSr Majestät des Königs.

Wenige Minuten nach dem festgesetzten Zeitpunkt konnte der Geschäftsführervon seinem Platze aus die Sitzung für eröffnet erklären.

Er bestieg sodann die Rednerstelle und hielt folgende Rede:

Wenn es mir durch Ihre ehrenvolle Wahl vergönnt ist, diese Versammlung zu eröffnen,so habe ich zuerst eine Pflicht der Dankbarkeit zu erfüllen. Die Auszeichnung, welche demzu Theil geworden, der noch nie Ihren denkwürdigen Vereinen beiwohnen konnte, ist nichtder Lohn wissenschaftlicher Bestrebungen, einzelner schwachen Versuche, in dem Drange derErscheinungen das Beharrende aufzufinden, aus den schwindelnden Tiefen der Natur dasdämmernde Licht der Erkenntnifs zu schöpfen. Ein zarteres Gefühl hat Ihre Aufmerksam-keit auf mich geleitet. Sie haben aussprechen wollen, dafs ich in vieljähriger Abwesenheit,selbst in einem fernen AVeUtheile, nach gleichen Zwecken mit Ihnen hinarbeitend, IhremAndenken nicht fremd geworden bin. Sie haben meine Rückkunft gleichsam begrüfsenwollen, um durch die heiligen Bande des Dankgefubls mich länger und inniger an das gemein-same Vaterland zu fesseln.

Was aber kann das Bild dieses gemeinsamen Vaterlandes erfreulicher vor die Seele stellen,als die Versammlung, die wir beute zum ersten Male in unsern Mauern empfangen. Von