Druckschrift 
Amtlicher Bericht über die Versammlung deutscher Naturforscher und Ärzte zu Berlin im Sept. 1828 : nebst e. lithogr. Sammlung eigenhändiger Namenszüge der Theilnehmer
Entstehung
Seite
8
Einzelbild herunterladen
 

8

der Königl. Bibliothek, die gelehrten Zeitschriften des In- und Auslandes enthaltend, zu der-selben Zeit ausschliefslicli den Mitgliedern offen. Die Gesammtsitzungen fangen in der Regelum 10 Uhr an, und dauern spätestens bis 2 Uhr.

Die gemeinschaftliche Mittagstafel wird um 2 Uhr in einem Theil des neuerbauten Exer-cirhauses am Karls-Platze Statt finden. Es ist dafür gesorgt, dafs eine anständige Bewirthungzu den billigsten Preisen gewährt werde. Damit die Mitglieder nicht in Versuchung kommen,der Gesellschaft ihre Gegenwart bei der Mittagstafel zu enlziehn, ist dafiir gesorgt, dafs täglicheine gewisse Zahl der hiesigen Honoratioren daran Theil nehmen könne. So w'ird jederFremde sich auch der Nähe hiesiger Bekannten ein oder das andre Mal bei der Tafel erfreuenkönnen.

Für Frühstück und Abendessen ist ein anständiges Local unter den Linden dem aus-schliefslichen Besuch der Mitglieder offen. Dort sind auch Räume, in welchen die Gelehrteneines und desselben Faches sich abgesondert von den übrigen versammeln und besprechenkönnen. Die Bewirthung geschieht hier zu bestimmten Preisen nach freier Auswahl.

Die weiteren Anordnungen werden sich aus den Berathungen mit den bis zum 17 tcnankommenden Mitgliedern ergeben. Berlin, am 23 slen August 1828.

Die Geschäftsführer u. s. w.

Nachdem somit für die zu erwartenden fremden Gäste die nöthige Vorsorgegetroffen war, erforderte die höchst achtbare Gesamtheit der Bewohner Berlins dienächste Aufmerksamkeit. Es war eine sehr natürliche Voraussetzung, dafs die be-vorstehende Versammlung von einem solchen Publikum mit besonderem Interessewerde betrachtet werden, und die Zahl der Personen, welche, wenn gleich keinenAnspruch auf wirkliche Mitgliedschaft, doch die unbestreitbarsten Rechte auf einebeliebige nähere Theilnahme halten, ergab sich nach ungefährem Überschlag als ebenso grofs, wie die der wirklichen Mitglieder. Da die Versammlungen slatutenmäfsigbei offenen Thüren Statt finden, so durfte man es in einer volkreichen Residenznicht dem Zufall überlassen, ob ausgezeichnete Personen zwischen der Menge Platzfinden würden oder nicht, und es waren deshalb Vorkehrungen unerläfslich, durchwelche den erwünschten Zuhörern unter Vermeidung alles Andranges die vorhande-nen Plätze täglich zu einer gewissen Zahl eingeräumt und gesichert würden. EsWurden daher die sämtlichen Königl. Staats-Minister und übrigen höchsten Staats-Beamten, so wie die sämtlichen Gesandten fremder Mächte am hiesigen Hofe beiÜberreichung eigner Einladungs- und Eintrittskarten um Ihre Gegenwart bei derVersammlung ersucht, von dem nachstehenden Schreiben aber wurden 600 Exemplarean hiesige Honoratioren in den letzten Tagen des Auguslmonats versandt.

Ew. werden bereits davon unterrichtet sein, dafs sich unter Genehmigung

Sr Majestät des Königs die Gesellschaft deutscher Naturforscher und Arzte im nächstenMonat in Berlin versammelt, und ihre Sitzungen im Local der Sing-Akadcmie vom 18 tpn bis25 sten Sept. täglich zwischen 10 und 2 Uhr halten wird. Da diese den Statuten gemäfsöffentlich sind, so hat zwar ein Jeder das Recht denselben beizuwohnen; um indessen beidem beschränkten Raum Anstand und Ordnung zu erhalten, hat es uns zweckmäfsig geschie-nen, eine gewisse Zahl von Sitzplätzen den aufmerksameren und unterrichteten Zuhörern