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10 (1830) Schw bis Sz
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Schweizerische Geschichte von 1125 —1308

sung; die Römer und die alten Einw. wurden nach römischen, die Alemannen nachalemannischen Gesetzen gerichtet; und so die übrigen Volksstämme nach den ihrigen.Das Christenthum erhob sich aufs Neue; mit ihm der Anbau des verheerten Landes.

_ Bei den Theilungen des Frankenrcichs unter den Merovingern ward auch die

Schweiz 2 Regenten zugetheilt; der eine beherrschte die alemannische, der andre diebucgundische Schweiz oder Kleinburgund. Pipin vereinigte Alles, und Karl derGr. beförderte in Helvetien Künste und Wissenschaften. Unter seinen schwachenNachfolgern wurden die Grafen des Landes immer weniger abhängig von der königl.Gewalt; sie erlangten endlich den erblichen Besitz ihrer Gaue, und einer von ihnen,Rudolf, errichtete 888 zwischen der Reuß und dem Jura das neue burgundischeReich, sowie sich 9 Jahre vorher im Lande zwischen dem Jura und der Rhone eineigner König, Graf Boso, zu Arles aufgeworfen hatte. Nach 30 Jahren vereinig-ten sich beide burgundische Reiche diesseits und jenseits deS Jura. Die Grasen inden übrigenTheilcn der Schweiz gehorchten zwar noch den deutschen Königen; alleinsie betrugen sich als Dynasten; sie nannten sich nach ihren Schlössern und nöthigtendie in ihren Gauen wohnenden Freien, sie als ihre Oberherren anzuerkenncn. Daentstand jene Menge ineinanderverflochtener, unabhängiger Herrschaften, derenBesitzer sich unaufhörlich befehdeten. Krieg war das Geschäft des Adels; Verwir-rung die Gestatt des Landes, und Elend die Geschichte des Volks. Also setzte KaiserKonrad einen Herzog als Richter der Grafen (911) in Alemannien ein. Doch gelanges erst den Kaisern aus dem sächsischen Hause (919 —1024), sich in der Schweizvon Herzogen, Grafen und Bischöfen Achtung zu erzwingen. Hierauf ward zwarnach dem Tode des fünften und letzten Königs von Burgund, Rudolf III., 1032vom Kaiser Konrad II. die burgundische Schweiz wieder mit der alemannischen, diezu dem deutschen Reiche gehörte, vereinigt; allein schon unter Konrads II. Enkel,Heinrich IV., verfiel die Macht des Königs in der Schweiz aufs Neue.

Heinrich suchte, vom Papste verfolgt, Anhänger; daher gab er dem Herzogevon Zähringen den alemannischen Theil der Schweiz, womit Konrad vonZäh-ring en 1125, nach Überwindung des Grafen v. Hochburg und Rainold v. Cha-lons, auch den burgundischen verband. Die Herzoge von Zahringen demüthigtenden stolzen, fehdelustigen Adel, sie begünstigten Zürich und die übrigen kaiserl.Städte; sie bauten mehre neue, u. a. Freiburg im Üchtlandc 1178 und Bern1191. Das Landvolk gewann an Schutz und Sicherheit; der Adel gewöhnte sichan polizeimäßigeres Zusammenleben; Gewerbe und Industrie entstanden; Genfund Lausanne blühten auf im Lande, wo man romanisch sprach; Zürich und Baselim Lande deutscher Zunge. Unter den übrigen Großen und Grafen des Landeswaren Savoyen, Kyburg und Habsburg die mächtigem. Viele Dynasten zogen injener Zeit nach Palästina und befreiten dadurch das Land von ihrem Drucke. — Nachdem Tode des letzten Herzogs von Zähringen, Berthold V., 1218, fiel Alemannienwieder den Kaisern anheim. Was jener von Erbländcrn im Üchtland und in Klein-burgund besessen, brachte seine Schwester Agnes an das Haus Kyburg. Seitdemerlangten die Habsburger (s.d.) in Nordhelvetien und die Grafen v. Savoycnim südwestlichen Theile des Landes immer mehr Gewalt. Die Kaiser gaben zwarjeder Stadt oder Gemeinheit, die unter keinem Grafen stand, einen Reichsvogt ausdem Adel, der die kaiserl. Einkünfte erheben und die Verbrecher richten mußte;allein die Fehden dauerten fort. Die deutschen Könige vermochten nicht mehr zuschützen; die Stärke gab das Recht, und der Tapferste wurde der Mächtigste. Alsosuchten viele kleine Herren und Orte den Schutz von Habsburg oder Savoyen.Zürich, Bern, Baselund Solothurn, die Länder Uri, Schwyz und Unterwaldenkauften nach und nach den Kaisern die Grundrechte ab, oder erhielten sie geschenkt,und hießen nun Reichsstädte oder Reichsländcr. Sie waren mächtiger und glückli-cher als der Adel, welcher uneinig und vereinzelt auf seinen Schlössern lebte. Selbst