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Schwabacher Artikel Schwaben
kehrte Uhland und andre gleichgestimmte Freunde halten seinen innern, von Kind-beit an zum Neimen anspornenden Drang geleitet; Göthe, Novalis, Tieckundin Bezug auf die Form A. W. Schlegel, übten den meisten Einstuß auf seine poe-tische Bildung. 1815 kam er in sein Vaterland zurück und wurde als Repetentam theolog. Seminar zu Tübingen angcstellt, von wo er nach 2 I. zum Prof, deralten Literatur an das obere Gymnasium von Stuttgart berufen worden ist. Hierlebt er in glücklichen Verhältnissen, seit 1818 mit einer Gmelin verheirathct. S.har sich seit 1815 vorzüglich als Romanzendichter beliebtgcmacht und steht gegen-wärtig neben Uhland fast ohne Nebenbuhler in dieser Gattung da. Was seine Ro-manzen und namentlich seine schwäbischen charakterisirt, ist die episch gediegene Ein-fachheit des Tones, welche jedoch den Anklang lyrischer Innigkeit nicht ausschltcßt;ihr schwäbischer Patriotismus darf uns nicht als ein enger oder einseitiger mißfallen.Denn ohne provinziellen Grund und Boden kann in unserer Zeit kein deutscher Pa-triotismus Leben und Kraft gewinnen. Die früher thcils in Zeitschr. und Alman.,theils in einzelnen Sammlungen, als: „Romanzen aus dem Jugendleben HerzogChristophs" (Stuttg. 1819) und „Legende von den heiligen drei Königen" (Stutig.1822), zerstreut oder abgesondert erschienenen „Gedichte Gust. Schwads" sind(Stuttg. bei Cotta) 1828 fg. in 2 Bdn. hcrausgckommen. Weitere Schriftenvon S. sind der „Wegweiser über die schwäbische Alb" (Stuttg. 1828), „Der Bo-densee, Handb. für Reisende und Freunde der Natur, Gesch. und Poesie" (Stuttg.1827). Seit 1828 hat er Theil an der Redact. des Morgenblattes und besorgt dieHerausg. und poetische Ausstattung von Dalp's „Ritterburgen der Schweiz". Alseleganten lat. Dichter in Horazischen Weisen und Maßen hat sich S. in der Übersetz,der Uhland'schen Landtags - und Versassungslieder gezeigt: „Imilov. Dillamli >lcconstituonila ropublioa carmina. 1,atinitate et nietri» Uoratianis vestita Ve-nrwinas ,VIusao amatoribus oü'ert 6. 8elivrrb etc." (Stuttg. 1828), und alSgeschmackvollen Übersetzer aus dem Französischen durch seine auserlesenen Gedichtevon Lamartine (Stuttg. 1826), und „Napoleon in Ägypten von Barthelemy undMcry" (Stuttg. 1829). Gegenwärtig besorgt er die Herausg. von „Wilh Müller'svcrm. Schriften" (Leipzig 1830) im Interesse der Witwe.
Schwabach er Artikel heißt ein von Luther für den Convent, dendeutsche Protestant. Fürsten und Städte im Oct. 1529 zu Schwabach hielten, ab-gefaßtes Glaubensbekenntniß seiner Partei, welches die der schweizerischen Lehreergebenen süddeutschen Städte, wegen der darin allzu streng behaupteten AnsichtLuther's von der leiblichen Gegenwart Christi im heil. Abendmahl?, nicht unterschrei-ben wollten, wodurch diese von den schmalkaldischen Bundesgenossen angenomme-nen Artikel ein Haupthinderniß der Vereinigung der Luther'schcn mit der Zwingli'-schen Partei wurden. 17 z
Schwabacher Schrift, s. Schriften und Schriftg ießereien.
Schwaben, schwäbischer Kreis, war einer von den 10 Kreisen,in welche Deutschland vor der 1806 erfolgten Auflösung der deutschen Reichsver-fassung eingetheilt war, und begriff den südwestlichen Strich von Deutschland,eine der schönsten und fruchtbarsten Landschaften unsers Vaterlandes, von der Do-nau von SW. nach NO. durchflossen und von dem Schwarzwalde an der Westseite,von der Alp im Innern und von den allgauer Alpen an der Südostscite durchzogen,zwischen Frankreich, Helvetien, Ostreich, Baiern, Franken und den Rheinkrei-sen gelegen, ungefähr 620 sJ M. groß und mit 2,200,000 Einw., sehr ergiebigan Getreide, Wein und Obst, obgleich mehr bergig als eben. Die Bestandtheiledieses unter allen deutschen Kreisen am meisten zerstückelten Kreises waren: dasHochstift Augsburg (das zu Konstanz wurde 1827 aufgelöst), die gefürstete PropsteiElwangen und die gefürst. Abtei Kempten, die Abteien Salmansweiler, Wein-garten, Ochsenhauscn, Elchingcn, Jrsee, Ursperg, Kaisersheim, Müggenburg,