468
des Geschichtschreibers Raimund, Ansclm von Ripcmont, dersich gegen Kcrbnga ausgezeichnet, Wilhelm Picard n. A. Nach-dem mehrere Wochen so vergangen waren, erhielt man dieNachricht, Sultan Berkejarvk selbst sei zu Damaskus und steheim Begriff, mit einem mächtigen Heere gegen Arkas anznrücken.Sogleich sandte man nach Gibcllum, Raimund den Bischof vonAlbara, Herzog Robert seinen Caplan Arnulf, den spätem Pa-triarchen: Gottfried und Robert von Flandern brachen ungesäumtauf und vereinigten sich mit den Provcnzalcn und Normannen.Daß nun Berkjarok persönlich damals nicht in Damaskus war,ist mit größter Gewißheit zu behaupten: nicht minder sicher istaber auch, daß Taghtigin in Damaskus gegen die Christen rü-stete, und zwar veranlaßt durch den Cadi von Gibcllum, der,obgleich den Aegypten: nutcrthan, in seiner Bcdrängniß dieSeldschukcn zur Hülfe aufgerufcn hatte 34 ). Es war nun na-türlich, daß nach der Befreiung Gibcllums und der Vereinigungdes christlichen Heeres Taghtigin sich ruhig verhielt, und dieFrauken ungestört ihre Kräfte gegen Arkas richten konnten.Auch war im ersten Moment von einem Zwiespalt keine Rede;die beiden Heere lagerten zwar getrennt, aber nur zufällig durchdie örtliche Beschaffenheit der Gegend um Arkas von einandergesondert. Die Provcnzalcn hatten die eine Seite der Burgbcrannt, die Lothringer gingen jetzt über den Fluß, an dem dieStadt gelegen war und begannen sogleich auf der andern Seiteihre Angriffe. Der Emir von Tripolis erneuerte darauf seineAnerbietungen; er versprach, wenn man seine Territorien rau-men wollte, 15000 Goldstücke — jedes acht bis neun Solidiwcrth — Natnrallicferungcn und jährlichen Tribut. Aber wiefrüher Raimund allein, so wiesen jetzt sämmtlichc Fürsten dieseVorschläge zurück: es ist klar, daß damals Gottfried und derGraf von Flandern mit Raimund über die Eroberung vonTripolis noch einverstanden gewesen sind. Auch schickte derCadi von Gibcllum an die Fürsten — nicht, was wohl zubemerken ist, an Raimund allein — 5000 Goldstücke und son-
34) LIIII, »3 ll. 494.