404
Schwierigkeiten boten sic sämmtlich in gleichem Maaße, was-serlese Distrikte der erste, steile Gebirgswege der zweite, leichtzu vertheidigendc Passe der dritte 25). Man entschied sich fürden letzten, znm Thcil scheu wegen der Verbindung mit demMeere, welches damals mit befreundeten Fletten erfüllt war.Genueser, Venctianer und Engländer hatten größere oder ge-ringere Streitkräfte in jenen Gewässern; dazu kamen griechischeHandelsfahrzcngc, die, so schlecht man auch mit dem Kaiserstand, doch stets zu Lieferungen bereit waren. Demnach nahmman von Dschanah Eddcwlet Freundschastsvcrsichcrungcn undGeschenke bereitwillig an und wandte sich nach Westen gegenTripolis.
Naimnnd hatte indcß für diesen Beschluß noch wirksa-mere Beweggründe, als die einfache Bequemlichkeit der Heer-straße. Noch war er durch den üblen Ausgang seiner letztenBestrebungen nicht völlig cntmuthigt, und wenn er auf Antio-chien nicht weiter hoffen durfte, so hatte er regsam genug aufder Stelle ein gleiches Augenmerk auf Tripolis geworfen. Aus-drücklich wird es gesagt, daß er deshalb die Geschenke desEmirs znrückgewicsen und dessen Bekehrung zum Christenthnmcgefordertes), das heißt, daß er den Frieden ohne Weiteres ver-weigert und unter jeder Bedingung Krieg gewollt habe. Tri-polis war damals ein nicht unbedeutender Ort, an günstigerKüste gelegen, in den Kriegen zwischen Seldschnkcn und Fati-midcn fast selbstständig geworden, in fruchtbarer Umgebung aufdas Stärkste befestigt. Schon als man vor Schaisar stand,hatte sich Raimund dieser Küste znwcndcn und Gibcllnm, etwasnördlich von Tripolis gelegen, cinnehmcn wollen; allein Tan-crcds offner Widerspruch, auf die Sympathie aller Truppen ge-stützt, hatte ihn am Orontcs fcstgchaltcn 27). Jetzt aber setzte
25) Raimund Ag spricht erst spater — por Tripolis — von diesen Be-rat!,ungen; die Sache selbst ergibt, daß sie mir hier gepflogen werdenkonnten.
26) Iloti. 5tnn. ji. 72.
27) 6esta. Naim.
Die Thatsachc mich in den Gesten.