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Besitz von Antiochien wurde eine gleich sehr persönliche undnationale Streitfrage.
So war der Zustand beschaffen, als in den ersten Tagendes November die Vornehmen des Heeres zu entscheidender Bc-rathung zusammcntratcn. Die Discussion betraf fortdauernddas Verhältniß zu Kaiser Alerins; Vormund bestritt dessenGültigkeit und forderte unbedingte Erfüllung seines Vertragesmit den Fürsten, RaimUnd blieb dabei, was man auf Kreuzund Bibel beschworen, müsse in Ewigkeit bestehn bleiben. Nachmehreren Sitzungen war man nicht einen Schritt weiter gekom-men; endlich vereinten sich die unbetheiligtcn Fürsten zu einerSchlußberathung. Hier zeigte sich für Raimund sogleich sehrwenig Aussicht: Gottfried und Robert von Flandern warendurchaus für Vormund, nur wünschten sie ihren Ruf nichtdem Vorwurfe.eines Meineides auszusetzen; den klebrigen lagdie Sache in keiner Weise am Herzen, sie hatten nur denWunsch, bald möglichst von diesen verdrießlichen Handeln erlöstzu sein. Vor allen Dingen erschien freilich die stärkste Abnei-gung, durch offnen Urthcilsspruch eine der streitenden Parteienzu verletzen: Raimund indcß, der die eigentliche Stimmung sichnicht ablängncn konnte, erklärte, wenn Vormund mit nach Jeru-salem ziehe, so wolle er um des heiligen Grabes willen undmit Vorbehalt der kaiserlichen Rechte dem Willen seiner Pairsnicht entgegen sein. Dasselbe versicherte darauf auch Vormund;sie versprachen eidlich, die Wallfahrt nicht zu stören, und dieBcrathungcn wurden einstweilen suspendirt. Gleichzeitig befestig-ten beide Thcile die Punkte der Stadt, die sie inne hatten, aufdas Gewaltigste; in Wahrheit war man so weit wie jemalsvom Frieden entfernt 15).
Erinnern wir uns hier der vollen Begeisterung, mit derman vor wenigen Monaten gegen Kcrbnga znm Kampfe gezo-gen war, wie hatte der Zustand seitdem sich so gänzlich verwan-delt. Der verehrte geistliche Lenker war durch vorzeitigen Tod
t5) Außer de» Gesten und Nmmmid l'ustek,. i>.804, Inst. k>. 8. c 90. 9l.