unter de» Belagerern eingernckt. Wie auf Verabredung, sagtder Chronist des Grafen St. Gilles, trafen wir hier ein, ebenals die Türken in vollem Jubel heranzogcn. In geschloffenenGliedern warf sich Raimund auf den völlig überraschten Feind:das Gefecht dauerte nicht lange und die Türken sprengten mitbedeutendem Verlust nach dem Walde zurück. Hicmit war dieAbsicht des Sultans und die Hoffnung der Stadt vereitelt, derHauptschlag war mißlungen und alle sonstigen Demonstrationenkonnten jetzt zu keinem Ergebnisse führen. Freilich hatten diedazu bestimmten Schaareu sich auch gegen Gottfried mit großerZuversicht iu Bewegung gesetzt; in kleinen Abthcilungcn, eineder andern folgend, drangen sic aus dem Walde vor; in vollemJubel, mit Stricken versehen, die Gefangenen zu binden; siedachten nicht anders, als ihre Genossen batten den Tag schonentschieden. Aber nach des Sultans Mißgeschick war für sienichts mehr zu gewinnen; die Deutschen empfingen sic auf dasErnstlichstc, fo viel ihrer Herabstiegen, ist der kräftige Ansdruckeines Chronisten, so viele ließen ihre Köpfe in der Ebene zu-rück»). Darf man dem officiellcn christlichen Berichte Glau-ben schenken, so hätte ihnen der Tag im Ganzen 30000 , denChristen dagegen nur 3000 Todte gekostet.
In der sonst fehlerhaften Darstellung Annas 1 - 1 ) findetsich, dem Grafen Raimund habe bei dem ersten Angriff derTürken jeder der übrigen Heerführer eine Schaar von 200 Mannzur Verstärkung geschickt — eine Angabe, die an sich nichtsUnglaubliches hat und uns eine Thatsache liefert, an die wirdie Bearbeitung dieses Treffens durch die Tradition anknüpfenkönnen. Wir sahen, im Allgemeinen war man auf einen An-griff des Emirs gefaßt und hoffte auf das Eintreffen der Pro-
13) Alles aus den Gesten und Raimund. Man kann dazu vergleichene^ist. com. 8te>rli. Kies. (Nabill. mus. Ital. II. p. 238). Fulchrrhat gar nichts über die Schlacht. Radulf nur eine» tonenden Panegy-ricus Tancrcds.
14) p. 3>0. Sie laßt die Kampfe mit dein Emir zwei Tage lang dauern.