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Handlungen höchst umsichtig. Seine Frömmigkeit war berühmt,und noch niemand hatte die kirchliche Haltung seiner Diöcese zutadeln vermocht. Dabei verstand er, auf weltliche Dinge sichmit Nachdruck cinznlasscn, die Rechte seines Bisthums zu schüz-zcn und die mächtigsten Großen um sich her in Ehrfurcht zuhalten. Kurz er war eine Natur nach Urbans Sinn, ein rech-ter Sohn der hierarchischen Richtung, wie sic durch diesen Papstneu gestaltet worden war. Man begreift es, mit welcher FreudeUrban seinem Begehren damals willfahrte und ihn sogleich zuseinem Legaten, also zum Anführer des sich bildenden Heeresernannte 107). Mit Fug und Recht wurde die Leitung einesUnternehmens, das ans solchen Grundlagen erwachsen war, insolch eine Hand gelegt.
Den folgenden Tag kamen Boten von Raimund von St.Gilles, Grafen von Toulouse und Markgrafen von Provence:auch er werde sich entschließen und hoffe bedeutende Streitkraftemit sich führen zu können ic>8). Hatte man bisher noch Zwei-fel über die Möglichkeit des Unternehmens gehabt, so glaubteman sie jetzt vollkommen gesichert: auf die Macht und dasBeispiel dieses Fürsten baute man die größten Hoffnungen. Nochin Elcrmont bericth der Papst mit den Bischöfen den Auszug;tagtäglich wuchs die Zahl der Hinzugctretenen und bald sahman, daß ein mächtiges Heer versammelt, daß aber auch anaugenblicklichen Ausbruch nicht zu denken sein würde. Demnachgab der Papst alle ihm möglichen Verordnungen, die Rüstungzu erleichtern — ein Gottcsfricdcn, kirchlicher Schutz für dieGüter der Pilger u. dgl. m. wurde verkündigt; an alle Bi-schöfe des Abendlandes ergingen apostolische Schreiben, in de-nen sic zur Krcnzpredigt in ihren Divccscn anfgefordert wur-den wy). Adhemar seincrscis beschloß, den Sammelplatz der
107) Lalclr. s>. 88. Nach Nol>. Ilion. > 1 . 22 erst am folgende» Tage, ineiner Versammlung der Bischöfe.
108) O-Nclr. I. c.
109) Absolution für die Pilger nennt Ordcrich, den Gottesfriedcn l-'nlelier