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Geschichte des ersten Kreuzzugs
Entstehung
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Wir sehn uns hier also einer nicht geringer« Zahl vonGewährsmännern gegenüber, als sie in de». Buche Alberts vonAachen uns vor Angen traten. Dieser hat die Stimmen desAbendlandes in seiner Erzählung vereinigt, Wilhelm breiteteine Menge einheimischer Nachrichten vor uns aus: es kämedarauf an, weitere Aehnlichkeit oder abweichende Eigenschaftenfestzustellen. Freilich erscheinen schon auf den ersten Blick zahl-reiche Vorzüge auf Wilhelms Seite; er selbst bewegt sich inder Welt, die er beschreibt, in den höchsten Kreisen, die acht-barsten Namen zählt er unter seinen Berichterstattern; jedenfallstritt das Bestreben zu prüfen und zu sichten, sehr bestimmt her-vor. Indeß günstige Vornrtheile tauschen und lobende Annah-men fordern bestimmte Begränzung: sehn wir weiter, wie erden sorgsam vereinigten Stoff für seine Zwecke, und für welcheZwecke, zu gestalten versteht.

Charakter des Werkes im Allgemeinen.

Ein Umstand, der auch dem oberflächlichsten Leser nichtverborgen bleiben kann und der schon hier erwähnt werden »ms,ist Wilhelms unleugbares stylistisches Verdienst. Die Spracheist natürlich das Lateinische des Mittelalters, mit romanischen,französischen und italienischen Bestandtheilen versetzt, doch spürtman mit dem Einfluß elassischer Studien eine sichere Herrschaftüber diese Sprache und eine gereifte allgemeine Bildung. ImGanzen ist die Anschaulichkeit seiner Erzählung zu rühmen;an der Gabe, ans vielem Gleichgültigen das einzige Schlagendeherauszufinden, fehlt es nicht; eine große Ausführlichkeit run-det die meisten Bilder, ohne sie zu verflachen. Dabei ist derAnsdruck gewandt und würdig zugleich; der Gedanke kommtstets in vollem Umfang zur Erscheinung; die Haltung, die vonvorn herein sich deutlich ankündigt, wird ohne Zwang bis znmSchluffe behauptet. Das Ganze ist eben ein Werk, wie anseiner Gesinnung, so auch aus einem Gusse geschrieben; manfühlt auf der Stelle, daß hier die Fähigkeit und die Be-strebungen nicht eines Chronisten, sondern eines Geschichtschrei-