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Geschichte des ersten Kreuzzugs
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hältniß zu der Menge der einzelnen zerstreuten Berichte, derenWesen wir vorher zu beschreiben versuchten: für sie Alle stebtnoch zu erforschen, wie viel Wahrheit in ihrer Beobachtungund wie viel eigne Schöpfung iu ihren Ansichten sich vorfindet.

Was nun ihre Wahrhaftigkeit anlangt, so ist schon andieser Stelle klar, daß sic nicht der festesten Bürgschaft sich zuerfreuen haben. Denn niemand vermag sich, wo drei- odervierfache Darstellungen einer Thatsache vorlicgcn, wenigstenszwei- oder dreifache Erdichtung zn langncn. In Bezug aufdie Geschichte des ersten Krenzzngs muß ich diese Untersuchungfreilich zu der Erörterung der Thatsachcn selbst verweisen, undkönnte demnach nur das Resultat voransnchmcn, daß Albertund alle seine Genossen der Wahrheit allerdings mir sehr seltentreu geblieben sind. Indcß ist ihr Ansehn bisher zu allgemeinanerkannt worden, als daß ich nicht — aus den spätem Thci-len des Albcrt'schcn Buches — einzelne Belege meiner Behaup-tung beibringen sollte: ich wähle zu diesem Bchufe einige Theilcder Regiernngsgcschichte Balduin !. - iu denen die Abweichungin den Einzelnheiten unmittelbar auf wesentliche Gegensätze inder Gesammtanschauung hinsührt.

Eine bekannte Streitfrage zwischen Albert und Wilhelmbildet ihre schroff sich entgegengesetzte Darstellung der Händelzwischen Balduin und dem Patriarchen Dagobert. Wilhelm,der gerade diese Dinge urkundlich erforscht zu haben versichertund solches Studium hinreichend an den Tag legt, reinigt denPatriarchen von aller Schuld. Freilich habe er BalduinsThronbesteigung sich widcrsetzt, aber nur, weil die lothringischePartei dem Patriarchen die schuldige Lehnshuldigung geweigert,und jedenfalls sei es erst durch die Verläumdungen seines altenGegners Arnulf zn dem offnen Zwiste gekommen, der aber schonWeihnachten 1100 beigclcgt wurde. Dagobert blieb seitdemunangefochten, bis Arnulf ihn durch fortdauernde Verhetzungdes Clerus 1103 zur Flucht nach Antiochien nöthigte Al-bert gibt nun dem Vcrhältniß schon eine andere Grundlage,

76) d>. p. 780. 790. 797.