geht nun durch Thal und Gcbirg die Verfolgung, die Fcls-klippen halten sic nicht auf, die Wiesen am Flusse werden zer-treten, Gold und Silber, Pferde und Kamcclc, alles das Herr-lichste fallt in die Hand der Streiter Christi >»). So geht dasin ununterbrochenem Verlauf durch das ganze Buch, cs bcra-theu die Fürsten, die Geistlichen beten, die Krieger kämpfen,Alles tritt unbefangen und in epischer Anschaulichkeit vor un-ser Auge. Das Talent des Verfassers in dieser Rücksicht istbcwundcrnswerth, cs laßt sich in keiner Stelle ein Gemachtesoder Bewußtes erkennen, die unmittelbarsten Anschauungenreihen sich in beweglichem Flusse zusammen. Von vorn her-ein muß man gestehn, ans diesem Buch redet eine Welt vonWahrnchmcndcn, Mitlcidcndcn, Sclbsthandelndcn, die Stimmenicht eines Einzelnen sondern ganzer Nationen spricht darausmit tausend Zungen, wir erhalten das Bild des gesammtenAbendlandes, wie cs in allen Thcilcn von jener Wcltbcgcbcn-hcit erschüttert sich dieselbe im Größten wie im Kleinsten zueigen gemacht hat.
So weit wäre Alles vortrefflich und dankenswert!); frei-lich ist darin sehr wenig gesagt, was den Werth achter ge-schichtlicher Zeugnisse bestimmen konnte. Ob dieser Reick,-thum der Einzclnhcitcn auch vorzugsweise die Hauptsache er-läutere, ob er an sich auf Glaubwürdigkeit Anspruch machendürfe, ist noch völlig unberührt geblieben. Untersuchen wirAl-bcrts Verfahren, seinen Stoff zu erlangen und zu verarbeiten,so stellen sich nicht geringe Bedenken heraus, die ich für's Erstenicht durch Vergleichung mit andern Quellen, sondern durch Ent-wicklung seiner eignen Angaben begründen werde.
Von jedem historischen Berichte muß man fordern, daßer seine Thatsachen in Zeit und Raum fcststclle und siedurch Widersprüche in ihrer inner» Gliederung nicht selbstvernichte. Alan verlangt damit nur das Nothdnrftigste: die
18) Fast wörtlich »ach verschiedenen Stelle», Schlacht bei Dcrylaum, Bela-gerung von Antiochien :e.