wirklich so — wie denn nicht der geringste Zweifel dagegenvorliegt >7) — hat er einzig aus mündlichen Erzählungen ge-schöpft, so erwehrt man sich nicht des Erstaunens bei dem An-blicke seines Werkes. Man macht sich keinen Begriff von derFülle des Stoffes, und dtw Mannichfaltigkcit der Berichte, dieunerschöpflich und dichtgedrängt, höchst concrct und höchst spc-cicll den Raum seiner Erzählung erfüllt. Von dem TraumePeter des Eremiten an, in allen Abschnitten des Krcuz-zngs, dann über Gottfricd's, über Balduin'ö Regierung, überdie gleichzeitigen Ereignisse in Antiochien und Edcssa, in demFortgang der großen Begebenheiten, wie in zahllosen Digressio-nen: aller Orten hat er denselben Rcichthum des Inhalts unddie gleiche Anschaulichkeit der Darstellung. Nie entdeckt man eineZeile der Ncflerion, niemals, daß er nur den Versuch machte, ein-zelne Thcile der Erzählung abzukürzen oder gedrängter zu fassen.Da zieh» die Massen des Heeres dahin, die Harnische leuchtenim Sonnenstrahl, die purpurnen Banner wchn; er unterscheidetdie Völker und die Fürsten, einer drängt sich dem andern zu-vor, Gottfried, Bvemund, der Bischof von Puy und Andereleiten die Schaarcu mit weisem Regiment. Nun zeigten sich,heißt es, die Feinde, weit entfernt am Saume des Gebirges,auf leichten Rossen in wildem Getümmel. Sogleich brachenzehn christliche Ritter hervor ihnen entgegen und bedrängtensechzig Feinde mit unaussprechlicher Tapferkeit, von beiden Sei-ten eilten andre zu Hülfe und Verstärkung, immer größere Schaa-rcn, immer begeistertem Mnthcs. Die Lanzcnsplittcr flogen um-her, die Pferde schnaubten und dampften, daß dichte Wolkensich über dem Streite lagerten, da ein Provenzal, dort ein Lotb-ringer, thatcn sich hervor, wer kennt nicht den lang erprobtenMuth des Einen, der Andre hat von Jugend auf Werke derFrömmigkeit gcthan, des Dritten Kraft rühmt die Heimath wiedie Fremde — endlich brechen sie die türkischen Reihen. Da
t7) Daß er mit keinem, Lee unö erhaltenen Autoren in bestimmtem Zusam-menhänge steht, brauche ich nicht naher anöznfiihren,