Compilation hcrübergeilommen. Hätte ihn der. Vcrf. der Ge-sten abgcschriebcn, so wäre nicht denkbar, wie auch nicht einedavon in dessen Tcrt übergangen sein sollte. Gerade die ein-zige Stelle, die sich bei Raimund nnd dem Anonymus gemein-sam findet, stellt das Verhältniß auf das Schlagendste dar:Tudebod folgt zuerst den Gesten, schreibt dann von p. 780Zeile 21 ans Raimund bis p. 781 Z. 29, und wiederholt dar-auf seine letzten Satze ans den Gesten zum zweitenmal.
Noch von einer andern Seite her hat man die Ursprüng-lichkeit der Gesten anzngrcifcn versucht, und für die IiislorinIwIIi 8»ori bei Mabillon in Anspruch genommen. Doch tritthier der Charakter der Compilation noch viel deutlicher hervor:neben dem Anonymus haben Tudebod, Raimund und Nadulfvon Caen gleich starke Abgaben liefern müssen -ns).
Kurz, in jeder Weise und gegen jeden bisher bekanntenAngreifer ist die Originalität der Gesten in Schutz zu nehmen.Bei der großen Bedeutung des Buches ist die Frage nicht un-wichtig: ste wird unumgänglich, wenn man nach der Persönlich-keit des Verfassers fragt, auf die man nur aus seinem WerkeSchlüsse machen kann. Und so, nachdem wir uns den Ein-gang des Weges gereinigt, versuchen wir einige Schritte aufdemselben vorwärts zu thun.
Unsre Kunde von dem Lebenslaufe des Verfassers ist nurgering: schon den gleichzeitigen Benutzern war das Werk einanonymes ab) und nirgend finden sich bestimmtere Angaben überdessen Urheber. Wir wissen nur, daß er im Jahre 1096 mitBocmund von Amalfi auszog und bei dessen Schaar bis zurBesiegung Kerbugas blieb. Er diente hier unter den Rittern 47 )nnd hatte das Glück, fast an allen wichtigen Unternehmungenselbst Theil zu nehmen; so war er z. B. bei der zur ErsteigungAntiochiens bestimmten Schaar. Als im Sommer 1098 Ro-
45) S. mite».
46) Robert, Baldrich, Guibcrt reden sämmtlich von einer kleinen anonymenSchrift, die sic bearbeiten wollen.
47) Das geht aus s>. 7 und p. 17 hervor.