Cykladen Cyklopen 853
man auf Befehl des Orakels der Cybele göttliche Ehre erwies und das Bild desI Atys, da man seinen unbeerdigt gebliebenen Leichnam nicht aufsinden konnte, bestat-tete. Zum Andenken an den Atys waren die Priester der Cybele Verschnittene; ihrGottesdienst aber bestand in einem tobenden Lärmen mit Instrumenten und im Um-herschweifen durch Felder u. Wälder. Wie ihre Verehrung auf Kreta sich mit demdort schon vorhandenen Dienste der Rhca vermischte, so ward sie auch mit der altenlateinischen Göttin Ops vereinigt. Ihre ursprüngliche Statue war bloß ein dunklerviereckiger Stein. Nachher wurde sie als Matrone mit einer Mauerkrone auf demHaupte abgebildet, womit auf die durch den Ackerbau entstandene Bildung derMenschen und die Städteerbauung hingedeutet ward. Ein gewöhnliches Attributist auch der Schleier um das Haupt, der sich auf das Verborgene und Unbegreiflichein der Natur bezieht. In der rechten Hand hält sie oft einen Stab als Sinnbildihrer Herrschaft, und in der linken eine phrygische Handpauke. Bisweilen stehenKornähren neben ihr; auch findet man die Sonne zu ihrer Rechten und den gehörn-ten Mond zu ihrer Linken. Oft wird sic auch auf ihrem von Löwen gezogenen Wa-gen vorgestellt, oder sic sitzt auf einem Löwen und hat, als die mächtige Natur, denBlitz in der Rechten, oder ein Löwe liegt neben ihr (vgl. Atalanta): lauter Bil-der ihrer Herrschaft und der Cultivirung der rohen Menschen durch sic.
Cykladen, hellenische Inselgruppe im Archipel, südöstlich von Euböa u. At-tika, meist von Griechen bewohnt, seit 1828 gctheilt in 3 Deport.: dienördlichen:Andres, Tino, Mykone, Syra, Thermia, Zeo, Serfo; die Mittlern: NaxoS(s. d.), die größte, in der Mitte dieser schönen u. fruchtbaren Eilande; Paros (s. d.),^ Jos, Sikina, Polikandro, Milo, Kimoli, Siphnos; u. diesüdlichen: Stampa-lia, Amorgo, Anaphi, Santorin, Karpatos, Kasa u. Melos (s. d.), die südlichste.
(Zyklische Dichter, s. Griechische Literatur.
Cykloide, Radlinie. Man stelle sich einen Kreis vor, der, ohne zugleiten, senkrecht auf einer geraden Linie fortgewälzt wird, bis der Punkt, der siezuerst berührte. nach einer vollen Umwälzung dieselbe wieder berührt; die von die-sem Punkt indcß beschriebene krumme Linie heißt Cykloide, weil jeder Punkt indem Umfange eines fortlaufenden Rades eine solche Radlinie beschreibt. DerKreis heißt der erzeugende Kreis, die Linie, auf der er sich fortwälzt, die Basis derCykloide. Ihre Länge ist jedes Mal der vierfachen Länge des Durchmessers des er-zeugenden Kreises, und ihr Inhalt dem dreifachen Inhalte dieses Kreises gleich.^ Diese Linie ist in der höher» Mechanik sehr merkwürdig. Man denke sich ein Pen-del so an einem Faden angehängt, daß dieser sich beim Schwingen des Pendelszwischen 2 in Form einer Cykloide gekrümmten Blechen abwechselnd auf dieseauf- und abwickelt, alsdann werden die größten Schwingungen in eben der Zeit,d. i. isochronisch, vollendet, wie die kleinsten, und die Cykloide wird daher eine Iso-chrone oder Tautochrone genannt. Ferner heißt die Cykloide auch eine Brachy-stochrone, weil, wenn ein Körper von einem Punkte zum andern in der allerkürze-sten Zeit, jedoch in einer andern Derticallinie als jener fällt, die Linie, die er be-schreibt, ein Bogen der Cykloide ist. I-
> Cyklopen kommen in der Mythologie Griechenlands von zweierlei Art vor:die einen als Söhne Neptun's, die andern als Söhne des Uranus und der Gäa (desHimmels u. der Erde). Diese letztem, 3 an der Zahl, Arges, Brontes, Steropcs^ (Blitz u. Donner), kräftige Riesen, waren es, die in Vulcan's Werkstatt dem Jupi-1 ter die Donnerkeile schmiedeten, wofür Apollo sie erlegte. Ganz verschieden von die-sen sind die Söhne Neptun's, deren Einige 7, Andre gegen 100 zählen. Unter ih-nen zeichnet sich Polyphem aus. Mit diesem hängt zusammen das Volk der Cyklo-pm, die in der „Odyssee" (IX, 106 fg.) als nomadische Wilde geschildert werden, ohneAckerbau u. bürgerlichen Verein in Tebirgsgrotten hausend, nur Viehzucht treibend,ungeschlachte Riesen. Nach Homer wohnten sic an der Westseite SicilienS, nahe