Cuvier
Custos
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Eustine vertheidigte sich mit vieler Geistesgegenwart ; allein sein Tod war beschlos-sen, er ward den 27. Aug. verurtheilt und den 28. guillotinirt.
Custos (lat.), Hüter. Insbesondere werden Aufseher von Bibliotheken,Kunst- und Naturaliencabinetten Custoden genannt. In der Sprache der Buch-drucker heißen die am Schluffe einer Seite unten gesetzten Anfangssylbcn der nächst-folgenden Seite Custoden, so auch in der Notenschrift ein Zeichen, welches an-zeigt, daß die Noten einer Stimme auf der andern Seite in demselben Schlüsselfortgehen. Jetzt werden sie mcistentheils, als der Symmetrie zuwider, weggelassen.Das deutsche Küster stammt ebenfalls von Custos (Kirchenhüter) ab.
^ Cuvier (George Leopold Chrötien Frederic Dagobert, Baron v.), geb.am 25. August 1769 zu Mömpelgard, damals zu Würtemberg gehörig. Glück-liche Anlagen und ein ernster Sinn für geistige Unterhaltung erregten von C. schonfrüh ungewöhnliche Erwartungen. Sein Water war Ofsicier; da der Sohn sichzu schwach für den Soldatenstand fühlte, so beschloß er Landprediger zu werden.Zur Erlangung der Stipendien, mit deren Hülfe er in Tübingen studiren wollte,mußte er eine Prüfung bestehen. Ein übelwollender Examinator wies ihn ab.Das Verfahren war jedoch so ungerecht, daß der Statthalter, Prinz Friedrich, esfür Pflicht hielt, Cuvier durch eine Stelle in der Karlsakademie zu Stuttgart zu^ entschädigen. Damit waren aber die Pläne für den geistlichen Stand beseitigt.Zn Stuttgart studirte er zunächst die Rechtswissenschaften, aber schon zogen ihnnaturhistorische Studien vorzüglich an. Er verdankt dieser Periode die genauere
0 Kcnntniß der deutschen Sprache und Literatur. Die beschränkte Lage seiner Äl-
1 tern zwang ihn, eine Stelle als Hauslehrer bei dem Grafen D'Hericy in der Nor-mandie anzunehmen. Er konnte hier ganz seine Muße den Naturwissenschaftenzuwenden. C. bemerkte bald, daß die Zoologie hinter den Fortschritten zurückgeblie-ben war, zu denen Linn« die Pflanzenkunde erhoben hatte, und zu denen eben durchvereinte Bemühungen deutscher und fcanz. Gelehrten die Mineralogie hcranreiste.Zunächst galt es genaue Beobachtung der einzelnen thierischen Organe, um ihrenZusammenhang und ihre Einwirkung auf das animalische Leben fester zu bestim-men, dann Widerlegung der träumerischen Systeme, die durch unstatthafte Er-klärungen eher gestört als gefördert hatten. Untersuchungen der Meergeschöpfe,welche der nahe Ocean ihm verschaffte, dienten ihm als zweckmäßige Vorübung.Eine natürliche Ordnung der zahlreichen Classe der vermes (Linn.) war seine
e erste Arbeit, und die Klarheit, mit der er darin seine neuen Beobachtungen und seinegeistvollen Ansichten vortrug, verschafften ihm die Bekanntschaft der Naturforschervon Paris. Geoffroy Saint-Hilaire bestimmte ihn nach Paris zu kommen, öff-nete ihm die Sammlungen für Naturgeschichte, denen er Vorstand, verband sichmit ihm zur Herausgabe mehrer Werke über die Anordnung der Säugethiere undbewirkte, daß C. bei der Centralschule zu Paris angcstellt ward (Mai 1795). Nochin dems. I. nahm ihn das wiederhergestellte Institut als Mitglied in seine ersteClasse auf. Für den Bedarf jener Ccntralschulen schrieb C. sein „Isdleau ele-meutaire de l'liistoire naturelle des aniiuaui" (1798), wodurch er seinen Rufbegründete. Er galt von nun an für einen der ersten Zoologen Europas. Baldzeigte er als Professor der vergleichenden Anatomie auch sein darstellendes Talent.» Man mußte ebenso sehr die Gründlichkeit seiner Kenntnisse als die Gabe bewun-' dern, sie glänzend und klar vor einem gemischten Kreise vorzutragen. Bald verei-nigte er in den Hörsälen des Lyceums, wo er einige Jahre lang Borträge über Na-turgeschichte hielt, Alles, was auf Geist und Bildung Anspruch machte, ebenso sehrdurch die Gewandtheit seiner gründlichen Auseinandersetzungen als durch die gro-ßen, alle Reiche der Natur umfassenden Überblicke. Er erhielt mit Recht (Jan.1800) die Stelle, die D'Aubenton beim College de France innegehabt hatte.Sein Verdienst war Napoleons Scharfblick nicht entgangen In dem Departe-