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2 (1830) Bo bis C
Entstehung
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Boifseree'sche Gemäldesammlung 31

byzantinisch-niederrheinischer Art, stammen von verschiedenen Meistern der altköl-nischen Schule, unter denen Meister Wilhelm von Köln als der letzte und vorzüg-lichste genannt wird. Die 2. Abtheilung enthält Gemälde von Johann von Eyckund den meisten mittelbar oder unmittelbar aus seiner Schule hervorgegangenenMalern des 15. Jahrh.: von Hemling, Hugo von der Goes, Israel von Mecke-nem, Michael Wohlgemuth, Martin von Schoen u. A. Die 3. Abtheilung end-lich begreift Werke deutscher Maler, die sich zu Ende des 15. und zu Anfang des16. Jahrh. entwickelt haben, wie Dürer, Lukas von Leyden, Mabuse, Scho-reel, Patenier, Bernhard von Orley, Kranach, Holbein und die Werke ihrerSchüler und Nachfolger, bei denen die Nachahmung italienischer Kunst entschie-den sichtbar wird, wie bei Joh. Schwarz, Martin Heemskerk, Michael Eocxie,Karl von Mander, bei den kölnischen Malern Joh. von Melem und Bartholo-maus Brüyn u, A. Das eigenthümliche Interesse, welches die Sammlung fürdie vaterländische und für die gesammte Kunstgeschichte hat, die glückliche Aus-wahl und schöne Erhaltung der aufgestellten Meisterwerke, die auch ohne alle ge-schichtliche Beziehung jedem sinn- und geistvollen Beschauer einen hohen Genußgewahren: das Alles hat die Aufmerksamkeit der gebildeten Welt in solchem Maßeerregt, wie sie einer Privatsammlung vielleicht noch nie zu Theil geworden ist.Die ausgezeichnetsten Kenner und Künstler — wir wollen nur Göthe, Eanooa,Danneckerund Thorwaldsennennen — haben ihren Beifall auf das lebhaftesteausgesprochen. Jetzt, da in dem lithographischen Werke, welches die Besitzer mitStrixner (s. d.) über ihre Sammlung herausgeben, die Gemälde in bloße .Zeich-nungen übersetzt, von aller Pracht, von allem Zauber der Färbung entkleidet er-scheinen, wiederholt sich die allgemeine Theilnahme auf eine nicht minder auffal-lende Weise. Beschreibungen und Beurtheilungen finden sich in dem „DeutschenMuseum" von Fr. Schlegel (1812); in den „Musen" von Fouque (1812); inGöthe's „Kunst und Alterthum" (1816, 1. Heft); in dem „Kunstblatt" (1820und 1821); in der „Abendzeitung" (1821); in der „lüterar^ ALrvtte" (1821,Nr. 250); im „Würtemberg. Jahrbuch für 1821", vorzüglich auch in Johanna.Schopenhauer: „Joh. von Eyck und seine Nachfolger" (1822) und in 1). Waa-gen's Schrift über Hubert und Joh. von Eyck (1822).

Sulpiz und Melchior Boisseree und Johann Bertram vonKöln am Rhein. Letzterer ist mit den beiden erstgenannten Brüdern durch Freund-schaft und gleiches Streben auf das genaueste verbunden. Diese drei Männerhaben die Erforschung, Erhaltung und Belebung des deutschen Kunstalterthumszu ihrem Berufe gemacht. Die erste Veranlassung hierzu gab eine Reise, welchedie drei Freunde im Herbst 1803 nach Paris unternahmen. Sie wurden von denWunderwerken der Kunst angezogcn, welche der Eroberer dort zusammengehaufthatte, und die seit kurzem erst ihrer größern Anzahl nach aufgestellt worden wa-ren. Der Kunstsinn der jungen Leute war schon durch die Schriften von Förster,Göthe, Tieck und Schlegel und durch wiederholten Besuch, der düsseldorfer Gale-rie lebhaft aufgeregt; jetzt wurde derselbe während ihres 9monatlichen Aufenthaltsin Paris durch die tägliche Anschauung der Meisterwerke antiker und modernerZeit auf das günstigste entwickelt. Friedr. Schlegel, welcher damals in Parislebte, hielt unfern Freunden Privatvorlesungen über Philosophie und schöne Lite-ratur. Dies gab ihrem Streben eine sichere Richtung. Nun befanden sich unterden im Museum aufgestellten Gemälden auch einige von altdeutschen Meistern,obwol nur wenige von hoher Vorzüglichkeit. Die franz. Commissaire, welche dieKunstschatze in den eroberten Ländern aufgesucht, und namentlich der Director desMuseums, Denon, hatten sowol das geschichtlich Merkwürdige als den eigent-lichen Kunstwerth dieser Alterthümer wenigstens im Allgemeinen zu würdigen ge-wußt. Fr. Schlegel, bei der höchst rühmlichen Richtung, welche damals sein