12 Bogen Bogenstrich
in eine Schulanstalt; allein der Anblick eines prachtvollen Schauspiels und Lomo-nofoff's Poesien entschieden seine Neigung für die Dichtkunst. Er wollte Schau-spieler werden, wovon ihm aber der Schauspieldirector Eheraskoff abrieth, aufdessen Rath er sich mit den Regeln der Kunst und mit fremden Sprachen bekanntmachte. Sein kindlich gutmüthiger Sinn erwarb ihm Gönner und Freunde, un-ter denen Graf Michael Jwanowitsch Daschkoff der vornehmste war. Er wurde1761 Jnspector bei der Universität zu Moskau, dann Translateur im Collegio derauswärtigen Angelegenheiten. 1762 reiste er mit dem Grafen Beloselsky als Le-gationssecretair nach Dresden, wo er bis 1768 ganz dem Studium der Kunst undder Poesie lebte. Die schönen Bilder der dasigen Galerie begeisterten ihn zu demGedichte „Psyche" (Duschenka), das 1775 erschien und seinen Ruf dauernd be-gründete. Er lebte hierauf einsam in Petersburg der Ton - und Dichtkunst, bisihn Katharina hervorzog. -Nun schrieb er auf erhaltene Veranlassung Mehres imdramatischen und historischen Fache. Von 1780 an diente er als Mitglied undseit 1788 als Präsident der Reichsarchive. 1795 nahm er seine Entlassung undlebte als Privatmann in Kleinrußland. Alexander berief ihn wieder nach Peters-burg, wo er 1803 gestorben ist. Er war ebenso bescheiden als talentvoll, dabeiein kindlich guter, heiterer Mensch.
Bogen, der Name des bekannten Werkzeuges, vermittelst dessen die Darm-saiten der Geigeninstrumente gestrichen werden. Der Bogen besteht aus einemdünnen, ein wenig spitz zulaufenden Stabe von hartem elastischem -Holze, an dessenoberm Ende die Pferdehaare befestigt sind, womit derselbe bezogen wird, an dessenunterm Ende aber ein zierlich ausgearbeitetes Stückchen Holz oder Elfenbein, derFrosch genannt, von einer Schraube festgehalten, befindlich ist, durch welche diePferdehaare mehr oder weniger angespannt werden können. Es versteht sich vonselbst, daß die Größe und Einrichtung des Bogens mit der Größe derjenigen Gat-tung der Geigeninstrumente übereinstimmen müsse, welchen der Bogen zum Hülfs-mittel der Intonation dienen soll.
Bogeninstrumente oder Geigen, Instrumente mit Darmsaiten be-zogen , auf welchen durch Streichen mit Bogen die Töne hervorgebracht werden.Die gebräuchlichsten Arten von Geigen sind: die große Baßgeige oder der Eontra-violon (violono, gebr. vontrsdasso); die kleine Baßgeige oder das Violon-cell; die Bratsche (Altgeige, viol-c äi drseoio), und die eigentliche Geige(Discantgeige, violino, franz. violon). In Ansehung ihrer Bestandtheile sindalle diese Instrumente einander gleich. (S. Violine und Quartett.)
Bogenschuß, bei der Artillerie ein Schuß, mittelst dessen die abgeschosseneKugel eine Bogenlinie beschreibt, welches geschieht, wenn die Mündung des Ge-schützes über die wagerechte Linie gerichtet wird, im Gegensätze des Kernschusses,wenn das Geschütz eine wagerechte Richtung hat.
Bogenstrich. Nicht allein die Güte des Tones, welchen ein Geigen-instrument nach seiner besondern Beschaffenheit Hervorbringen kann, sondern auchDasjenige, was dem Vortrage Ausdruck und Leben gibt, hängt hauptsächlich vondem Bogenstrich ab. Der richtige Angriff des Bogens, das Ansehen desselben aufder Saite, das Fortziehen desselben in bestimmter Richtung und Schnelligkeit, dieso mannigfaltigen Arten des Strichs u. dgl. gehören in die Schule der Kunst. DerBogenstrich überhaupt läßt sich am füglichstcn in 3 Hauptarten abtheilen: 1) inden gestoßenen, bei welchem nicht die ganze Länge des Bogens, sondern nur einTheil desselben mit einem gewissen Grade von Geschwindigkeit über die Saite ge-führt wird; 2) in den gezogenen, wobei entweder der ganze Bogen, oder wenig-stens der größte Theil desselben, mit einem gewissen Grade von Verweilen über dieSaite gezogen wird; und 3) in den geschleiften, bei welchem zwei, drei oder mehreverschiedene Noten auf einen einzigen Zug des Bogens genommen werden. Jede