§. 390. Das Pontisicat Pius VII.
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setzen ihre Functionen auch »ach dem Tode des Bischofs bis zur Znthronisalioiides neuen fori. Die Pfarrer dürfen uur diejenigen zur Che eiusegucn, sio Nach-weise» können, daß die Che bereits vor dem Civilgerichtc abgeschlossen ist u, A.
Diese 77 Artikel') zeigten zur Genüge, daß die Consularregierung gegendie Kirche nicht so günstig gesinnt war, als sich erwarten ließ. Der Papst,dem diese Bestimmungen nicht mitgctheilt waren, beschwerte sich vergebensdarüber. Die Einführung des Conevrdatö (18. April 1802 ) wurde durchein großes Kirchenfest gefeiert. Die Demokraten und Waffengcfährten desConsuls spotteten über dieses neue Schauspiel, und sagten, die französischenFahnen seien nie so sehr mit Lorbeeren geschmückt worden, als nachdem sicaufgehört hätten geweiht zu sein")! Aber selbst noch auf St. Helena „be-dauerte eö Napoleon nicht, das Eoncordat unterschrieben zu haben. Ichbrauchte dieses oder ein anderes Acguivalent. Hätte kein Papst cristirt, somußte einer geschaffen werden/'
Nun gab sich auch ein allgemeineres Verlangen nach religiöser Anregungkuud. Daher konnte Martin Duerep Religion, Sitte und Kirche durchLehre, Beispiel und mannigfache Opfer wiederbcrstellen, namentlich in seinemSchulbause zu Salanchcs (s. 1800) und später in der Karthausc Malan.In noch größeren Kreisen wirkte Chateaubriand, der nach einem beweg-ten Leben wieder zum Christcnthum zurückkehrte und demselben das Herz vonFrankreich zuwandte, indem er das ewig Schöne des Christenthums verherr-lichte! „Nicht immer," sagt er, „waren meine religiösen Ansichten so be-schaffen, als sie es gegenwärtig sind. Durch den Mißbrauch einiger Instituteund durch das Laster gewisser Menschen erbittert, verfiel ich ehemals inDeclamationcn und Sophismen; doch die Vorsehung führte mich zu meinenPflichten zurück. Im 72ten Jahre ward meine Mutter ui ein scheußlichesGcfängniß geworfen, wo sie mehrere ibrer Kinder umkvmmen sah; — undsie selbst endete ihr Leben in einem finstern Orte, wohin ihr schrecklichesUnglück sie vertrieben hatte. Die Erinnerung meiner Verirrungen erfülltesie noch in ihren letzten Tagen mit schmerzlichen Gefühlen. In den letztenZüge» liegend, gab sie einer meiner Schwestern den Auftrag, mich zu derReligion, worin ich erzogen, zurückzurufen. Durch meine Schwester erfuhrich meiner Mutter letzten Wunsch. Als der Brief mir jenseits des Meereszu Händen kam, war auch meine Schwester nicht mehr unter ven Lebendigen.Die Folgen ihrer Gefangenschaft hatten sie geröstet. Diese beiden aus demGrabe hervvrtvnenden Stimmen erschütterten mich tief. Ich ward wiederChrist. Ich weinte — und ward gläubig." Auch war die Bekanntmachungdes Concordats durch eine Reihe Journalartikcl vorbereitet worden. Dochbedurfte die große Volksmasse, welcher der religionSschänderische Frevelohnehin nicht zugesagt hakte, nicht einer so künstlichen Bearbeitung, um denGlauben der Väter als den rechten anzuuckmcn, und der herrschende Ton inParis hatte sich schon von selbst, wie früher zu schnöden» Neligionsspott, sofetzt zur Liebhaberei an dichterischer Auffassung und Darstellung der kathol.Lehre und des Kirchenthums hingeneigt").
l> Abgcdruckt in Pölis, Weltgesch. 7. A. von Bulau u. Zimmer Bd. III.MH. l. S. 80. s. Gams'Bd. I. S. 156 ff. Bd. II. S. 25 ff.
2> Bgl. Nobrn-m, 2'. 11. 487—92. Gams, Bd. 1. S. 155—161.
31 k7mteanb-Vcr»ck, Atala ou los nmours tls eleux snuvagos. iMr. 1801-1 2-st/cmo üu (Ilri'isiümismo, ou boautös elo In rol. olir. 1'nr. 803 5 V. deutsch vonVenturini, Haslinger; neue Ausg. von König., Freib. 857. — Iws Vlar-Alz og's Kirchengcschichte 7. Auslage. gz