§. 33 l. Der Protestantismus in Irland.
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chcuvcrfassung (.von 1501): nach ihr ist nicht der Episkopat die Quelle derGemeinde, sondern aus der Gemeinde der Heiligen gehen die Vorsteher,Nettesten (prosinteri,, hervor. Als naheliegende Parallele ergab sich dieIdee der Volkssouveränität: der König geht aus dem Volk und durch dasVolk hervor. Da der kathol. Cultus als Götzendienst galt, so trug diePartei kein Bedenken, die Obrigkeit, die ihn zu schützen suchte, im Namendcö Evangeliums zu bestrafen, weil nach Gottes Anordnung Götzendienstmit dem Tode bestraft werden sollte. Die Vergleichung mit Jczabcl, Ahab(Maria und Darnlcy) n. A. waren den entstammten RcformationSpredigernsehr geläufig ; fa der Vertilgungskrieg der Israeliten gegen die Kanaaniter,den Gott befohlen, galt ihnen als Vorbild, dem sie zu folgen drohten. Mehrals einmal sah sich die Regierung gcnöthigt, mit den Rebellen zu unterhan-deln, aber jedesmal blieben sie im Vortheil. Die junge Königin Mariabestätigte die Verordnungen, welche zu Gunsten des Protestantismus erlassenworden waren, und ließ nur in ihrer Hauskapelle Messe lesen; aber schondagegen eiferte Knor, drohte sogar mit dcö Himmels Strafgericht undäußerte: daß er lieber 10,000 Feinde sähe, als daß eine Messe gelesen werde.Diesen heiligen Rebellen (-f 1572) ersetzte Mclvil, ein gleich fanatischerRadicalcr, und die Partei blieb von demselben Geiste beseelt. Als nachher(1580) des Königs Mutter in England zum Tode verurtheilt worden, undder König Gebete für ihre Rettung anordnete, weigerten sich die Predigerder Heiligen, diesem Befehle nachzukommcn. Der protestantische EB. vonSt. Andrews wurde sogar ercommunicirt, weil er eine Maßregel gegen dieaufrührerischen Predigten unterstützt hatte. Und als Jakob von einer ver-schwörerischcn Rotte gefangen gesetzt wurde (1582), fand das nicht nurBilligung, sondern es traf sogar der Bann die, welche cs mißbilligten. DiePartei, ohnehin durch die flammende, vermeintlich bibclkräftigc Beredsamkeitihrer Prediger beständig aufgereizt, erlangte ihr Nebergewicht auch durch dieUnterstützung aus England und den Beitritt des Adels, der sich von den ein-gezogenen Kirchcngütern bereicherte. Der bekannte Widerwille, den alleRegenten der Dynastie Stuart gegen das Presbyterialsystem hegten, ist be-greiflich; auch Jakob V I., der 1578 den Thron bestieg, begünstigte, so guter konnte, das Episkopalsystcm ; aber auch er fand Widerstand. Die Gene-ralversammlung (1581) nöthigte die Bischöfe ihre Aemter niederzulegcn,und untersagte ihnen ihre Functionen bei Strafe des Bannes. Als auch dasParlament (1584) die Autorität der Bischöfe anerkannt und Angriffe aufdas königl. Ansehen für Majestätsverbrechen erklärt hatte, mußten durch dieGewalt der Umstände dem Presbyterialsystem doch wieder Zugeständnissegemacht werden, und dieses wurde (1592) feierlich als das herrschende er-klärt. Bischöfe haben im Parlamente ihren Sitz, aber nicht als solche. —Trotz aller Bedrängniß ist die katholische Religion auch aus Schottland,namentlich den Hochlanden, nicht verschwunden, sie macht in neuerer Zeitsogar Fortschritte.
- §. 33l. In Irland.
Mcmoircn des Hauptmann Rock üb. die Verhältnisse des Staats, der Kircheu. des Volkes in Irland Hrsg, von Thomas Moore, a. d. E. übers.Bröl 825. 27io»r. Moore, Iriut. ol Irekunl. 3 D. deutsch v. Klee. Mainz835. O'O'onnett, uismoirs ot'Irslsuä 1.1. deutsch v. Willmann. Regcnsb.813. — Irlands Zustand nach kirchl. Standpunkt. (Tüb. Q.-Schr. Zahrg.1840. S. 549 ff.) Histor. polit. Blätter Bd. V. S. 490 ff.
An den Namen Irlands knüpft sich die Vorstellung jeglichen politischen