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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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3. Zeitraum. 1. Periode. 2. Capitel.

Norwick, jetzt Herzog von Nvrthumberland. Cranmer's Liturgie wurdenach 3 Jahren abermals revidirt und erhielt in der veränderten Gestalt dieSanction durchs Parlament: schwere Strafen bis zu lebenslänglicher kraftwerden auf den Besuch eines abweichenden Cultus gesetzt; statt der 6 ArtikelHeinrich's wurden 42 ausgestellt und sanctionirt').

War Heinrich's erste und zweite Ehe nach Cranmer's Spruch ungültig,so konnte Maria, Tochter Katharina's, und Elisabeth, Tochter der AnnaBoleyn, nicht succediren; darum vcrheirathete der Protektor, um seiner Fa-milie die Krone zuzuwenden, seinen Sohn mitIohanna Gray, derenGroßmutter Heinrich's V I I. Schwester war.^Auch setzte Eduard die Johannaals Thronerben ein, nicht ohne Widerstand des Parlaments. Nach Eduard'sTode (6. Juli 1553) ward Johanna als Königin ausgcrufen. AlleinMaria nahte mit Heeresmacht, überwand den bewaffneten Widerstand desHerzogs von Nvrthumberland und zog als Königin ein. Der Protectorward verhaftet, und nach wiederholter Empörung sammt seinem Sohne undJohanna hingerichtct. Maria'S Wunsch war Wiederherstellung der kathol.Religion; aber die Teilnehmer an den Neuerungen waren zu sehr bei deineingezogenen Kirchengute betheiligt; eine vollständige Rehabilitation derKirche hätte bei der Menge der Bctheiligten den Besitzstand einer zahlreichenClasse verändert. Die Königin begnügte sich daher damit, die Annaten,Zehnten und was sonst der Krone zugefallen war, zurückzuerstatten. DieOberhoheit des Papstes in Kirchensachen fand Anerkennung, die Verbindungmit ihm ward durch eine Gesandtschaft wiederangeknüpft, die Messe undder Cölibat wieder hergestellt, beweibte Priester entlassen. Die protestanti-schen Bischöfe wurden, weil sie nach dem aufgestellten Grundsätze nur vomStaate ihre Gewalt herleiteten, entlassen und durch katholische ersetzt. DerCardinal Pole kehrte als päpstlicher Legat zurück, und sprach die Absolutionüber das Land. Er bezweckte eine friedliche Wiederherstellung; seinHauptaugenmerk war, einen tüchtigen, wissenschaftlich gebildeten Klerus zuerziehen, und durch diesen die Abgcfallenen allmälig wieder zu gewinnen.Leider theilte Maria diese Ansicht nicht; sie meinte, hartnäckige Ketzer seiendurch den Tod zu vertilgen, und setzte 1554 die alten Satzungen, welche dieHäresie zugleich als bürgerliches Vergehen ahnden, wieder in Kraft. So tiefdies bedauert werden muß, so verdient Maria in Vergleich zu den nachfol-genden und den vorhergehenden Regierungen doch nicht das unterscheidendePrädicatder Blutdürstigen." Zudem war ja zumeist ihr KatholiciömnSdie Ursache, weshalb Johanna Gray als Regentin ausgerufen wurde; dieMeutereien, die sich gegen sie erhoben, fanden ihren Halt unter ihre» kirch-lichen Gegnern. Unter den 279 Hingerichteten waren übrigens Elende, wieCranmer, Ridley, der gegen sie predigte, der treulose Latimer.Der erstere offenbarte noch in seinen letzten Stunden seine ganze Nichtswür-digkeit; um Befreiung zu erlangen, betheuerte er Anhänglichkeit an die kathol.Lehre; als dies vergeblich war (f 21. Mai 1556), widerrief er, was ereben betheuert hatte.

Nach Maria'S Tode (1558) nahm der Protestantismus in Englandraschen Fortgang. Alles vereinigte sich, um Elisabcth und das Interessedes Protestantismus zu identificiren H. Der letztere hatte seinen AusgangS-

1) Dieselben bei öurnst 'I. II. in Salig's Gesch. d. Aug. Confcssion Bd.il

2) Histor. polit. Blatt. Bd. I. u. 111. u. Hefcle, Jsab. von Span. u.Elisabeth von Engl., eine histor. Parallele. (Cardinal Ximencs S. 89101.)