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3. Zeitraum. 1. Periode, 1. Capitel.
Klarheit der Bidet tu seiner ganzen Nichtigkeit zeigte, so sahen sich beideParteien genöthigt, auf die Tradition der Kirche zurückzugehcn, undsuchten die vertheidigtcn Ansichten durch vermeintliche Aussprüche der Kir-chenlehrer, deren Ansehen Luther so sehr herabgewürdigt*), z» befestigen.So schrieb Luther an Albrecht von Preußen (1532) hierüber'): „Es istdieser Artikel nicht eine Lehre außer der Schrift von Menschen erdichtet, son-dern klärlich im Cvangelio durch Helle, reine, ungezweifelte Worte Christigestiftet und von Anfang der christlichen Kirchen in aller Welt bis auf dieseStunde einträchtlich geglaubet und gehalten, wie das ausweisct der liebenVäter Bücher und Schriften beider, griechischen und lateinischen Sprache,dazu der tägliche Brauch und daü Werk mit der Erfahrung. — Wenn'ü ei»neuer Artikel wäre und nicht von Anfang der heiligen christlichen Kirchen,oder wäre nicht bei allen Kirchen, noch bei der ganzen Christenheit in allerWelt (katholische Tradition!) so einträchtiglich gehalten, wäre es nicht sofährlich und schrecklich, daran zu zweifeln oder zu disputiren, ob's Recht sei.— Wer nun daran zweifelt, der thut eben so viel, als glaubet er keinechristliche Kirche und verdammt damit nicht nur die ganze heilige christlicheKirche als eine verdammte Ketzerin, sondern auch Christum selbst mit allenAposteln und Propheten, die diesen Artikel, da wir sprechen: Ich glaubeeine christliche Kirche, gegründet haben, und gewaltig bezeuget, nämlich Chri-stus, Matth. 28, 10. „Siehe ich bin bei Euch alle Tage bis ans Ende derWelt" und St. Paulus 1 Timoth. 3, 15.: „Die Kirche Gottes ist eineSäule und Grundfeste der Wahrheit u. s. w." Und die unverkennbar her-vortretende rationalistische Richtung Zwingli's bekämpfend sprach Lu-ther mit divinatorischem Blicke das Wort aus: „wenn wir die Vernunft i»Gottes Worten und Werken klug werden lassen; dann wird kein Artikel desGlaubens mehr bleiben. — Und du sollst sehen, weil sie (die Zwiuglianer)auf der Bahn gehen, daß sie Gottes Wort nicht wollen, mit Glauben ihrenoder nach einfältiger Weise annehmen, sondern mit sophistisch spitzfindige»
*) „Alle Väter, sagt Luther, haben im Glauben geirrt und so sic vorm Todsich nicht bekehrt haben, sepnd sic ewig verdammt." „Sie sind Pfützen, aus dem»die Christen faules und stinkendes Wasser gesoffen haben." — St. GrcgoriuSist der nützige Brümiquell u. Urheber der Fable» vom Fcgscucr u. Lcclmessen.Er hat Christum und das Evangelium sehr schlecht erkennt; —er ist zu viel aber-gläubig gewest, der Teufel hat ihn verführt. — Augustin hat oft geirrt, ihmist nicht zu traun. Ungeachtet er gut u. heilig gewesen, so fehlte ihm doch derwahre Glaube sowohl als ander» Vätern. — Hieran» muS ist ein Ketzer gewesen,hat viele Dinge gottlos geschrieben. Er bat die Hell besser als den Himmel ver-dient. — Zeh weiß keinen unter den Vätern, dem ich so feind bin als diesem. Erschreibt nur von Fasten, Jungfrauschaft u. s. w. — Chrpsostomus^gilt bei mirauch nichts; er ist ein Wcscher, machte viele Bücher, die ein großen schein halten,war aber nur ein großer, wüster, unordentlicher Haufe und Menge, u. ein Sack vollWort, da nicht hinter ist u. wenig Wolle stecket. — Basilius taugt gar nichts;ist gar ein Mönch, ich wollte nicht ein Haar um ihn geben. Die Apologia Hu.Melanchth. übcrlriffi alle Doctores in der Kirche, auch Augustin um — mlulaamm Humum Xguinim — ist eine theol. Mißgeburt, wie andere mehr. Er ist cmBrunn u. Grundsuppe aller Ketzereien, Jrrthum u Vertilgung des Evangclumis.
1> Luth. Lcndbriefc wider etliche Rottengeist, an Markgraf Albrecht j»Brandend. (,532, bei Walch Bd. XX. S. 2089. lieber diese WidersprucheLuth. schrieb Fab er: clo uniilvgim lurtlieri ei. Razmulcl. ucl u. 153l. ur. oc.u. i'oc/ckaeu«. Imtln-rn» iwxrti'vps ulugua sidi, rmts seriptis eautrarius. kur.564. Vgl. Frint's theol. Zeitschr. Jahrg. 812 u. 813. u. histor. polt!.Blätter Bd. VI. S. 336. u. Bd. XI. S. 413.