§. 315. Der Sacramcntcnstreit.
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che» Kcmberg. Als er sich abermals gegen Luther erhob, mußte er Sachsenvon Neuem verlassen (1528). Durch Zwingli fand er in der Schweiz Auf-nähme (1530) und erhielt ein Pfarramt, seit 1534 eine Professur und Prc-digerstelle zu Basel, wo er nach ruhigerer Thätigkeit 1541 an der Peststarb ").
Den begonnenen Kampf »ahme» Zwingt i und Oekolampadius aus,die nach eigenem Geständnisse die Ansicht Earlstadt's adoptirt hatten. Beidefaßten die Einsetzungsworte im »»eigentlichen Sinne; Zwingli nahm dasWort „ist" unter Hinweisung auf Evod. 12, 11. (das Osterlamm ist dasPassah des Herrn) u. a. Stellen im Sinne von bedeutet, Oekolampadiuödagegen „Leib" im figürlichen Sinne: für „Zeichen" des Leibes. EineCvllectivschrift i8vi>nin„,t»n> von 14 Predigern Schwabens durch Brenzzu Hall und Erhard Schneps m Wimpfen schien sich entschieden derlutherischen Ansicht zuzuneigen; die aufgestellte Ansicht, daß das Fleisch leib-lich, aber nur durch den Glauben gegenwärtig sei, näherte sich stark der An-sicht der Gegner. Vermittelnd traten Eapitv und der schlaue und geschmei-dige Bueer auf. Luther tobte gegen Zwingli und seine Anhänger als
„gegen Sacramentirer undSata » sdiencr, gcgendie m an die
äußerste Strenge anweudeu müsse." Seine hierher gehörendenStreitschriften 2) enthalten das Beste und Gediegendste, was er se geschrie-ben hat; denn wo er thcilwcise auf dem positiven Grunde der katholischenKirche steht, wo er nickt niederreißt und zerstört, sondern das Alte schützt undvertheidigt, sind seine Schriften durchdringend, seine Beweise schlagend.Hier nun hat Luther die katholische Tranösubstantiation verwerfend, dieLehre von der Eon substantiation oder Impanation auSgcbildet, wonachder Leib Christi in, unter und mit dem Brode mil> ot e>,»> pniia) genossenwerde, und nahm dabei nach dem Borgangc einiger Theologen die Vorstellungvon der l e i b I i ch c n Allgegenwart Christi (Ubiquität) zu Hilfe. Zwinglizeigte jedoch -'), daß im Falle man bei dem buchstäblichen Sinne glaubestehen bleiben zu müssen, dann nur die katholische Lehre von der Verwand-lung (Transsubstantiatio i) annehmbar sei. Da aber Luther dennoch eineFigur aiiiiahm (dies ist mein Leib — dies enthält meinen Leib, oder diesesBrod ist i» meinem Leibe vereinigt), so müsse er fragen: ob dann seineMetonymie weniger statthaft sei als Luther'ö SynckdochcL Auch wider-spreche die hier zu Hilfe genommene lei bl i che Ubiqu itär CH ri sti derLehre von den beiden Naturen in Christo. Auf Luther's Verketzerungssuchterwiedertc er: „Ihr schreit, wir seien Ketzer, die man nicht anböreil müsse,Ihr verbietet unsere Schrift, Ihr fordert die Obrigkeit aus, unserer Lcbrcmit aller Macht zu widerstehen. Verfuhr der Papst anders, sobald dieWahrheit ihr Haupt erheben wolltet" Vgl. K. 311 zu Ende.
Als sich so der Grundsatz von der freien Schr»fterklärung und von der
l j Fl'ißli, Lebensgcsch. Ankr. Bvdenst. von Carlstadt. Fiks. ». Lp;. 770.
2> u> wider die hininilischcn Propheten bei Walch Bd. XX. S. 186 ff. >>>Ecrmon von dein Saeramente des Leides u. Blutes Christi wider die Schwarm-geister bei Waich Bd. XX. S. lll5 ff. n) daß die Worte Christi, das ist meinLab, noch veste stehn, wider die Schwarmgeister bei Walch Bd. XX. S. 950 ff.P großes Bekänntniß vom Abendmahl Christi. Walch Bd. XX. S. lll8 ff.
3i Er sagt: Hier niiisit ihr unS die Sprachkunst gar meisterlich lehren, umheraus zu bringet,, das« die Worte Christi: Das ist mein Leib! in folgende ver-ändert werden: In diesen, Brode wird mein Leib gegessen u. s. w. iWalch Bd.XX. S. 658.)