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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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2. Zeitraum. 2. Periode. 2. Zeitabschnitt, t. Capitcl.

gesammte Christenheit ^), erklärte sich als im h. Geiste versammelt unddarum entschlossen, das begonnene Werk zu vollenden.

Die Widersetzung der Väter gegen die Aufhebung war hiernach theil-wcise begründet, und geschah setzt in wohlwollender Absicht, daher auch diefast allgemeine Anerkennung dieses Verfahrens. Die französischen PrälatenzuBourgcs erklärten sich für die Rechtmäßigkeit des Concils zu Baselund beschlossen dahin zu ziehen, so wie den Papst zu bitten, die Synode zumWohl der Kirche fortbestchcn zu lassen. Von den Fürsten intcrcssirten sichdafür besonders der Kaiser Sigismund, setzt zugleich Herr von Böhmen.Auch er hatte sich bereits schriftlich beim Papste verwendet und erklärt, dieBerufung der Böhmen habe nur den Zweck einer vollständigen Belehrung.Die Beharrlichkeit Eugen's steigerte bei den Vätern und Fürsten das Jnte-ressefürdasBaslerConcil noch mehr. Die erstercn bestanden auf derRechtmäßigkeit des Concils, wiederholten, obschon noch immer erst 14 Bi-schöfe angelangt waren, in der zweiten Sitzung (15. Febr.) die Con-stanzer Bcschlüsse von der Superiorität eines allgemeinenConcils über den Papst, forderten alsdann in der dritten Sitzung(29. April) den Papst auf, die Auflösungsbullc zu widerrufen, und selbstoder durch Bevollmächtigte sammt den Cardinälcn in Basel zu erscheinen.

Als einer der vorzüglichsten Vertheidigcr dieser Handlungsweise derBasler Synode zeigte sich der von Julianus Cesarini hierher berufene Decanvon St. Florinus in Coblenz und spätere Cardinal und Bischof von BrirenNicolausCusanus (von Cues bei Trier). Er hatte zu Devcnter in derSchule der Brüder des gemeinsamen Lebens die erste Bildung erhalten, undauf der Universität zu Padua seine Studien besonders den Rechts-Ver-hältnissen der Kirche zugewandt. Er zeichnete sich vor vielen seiner Zeitge-nossen durch umfassende Gelehrsamkeit aus, besaß in der Geschichte, der Ma-thematik und Philosophie bedeutende Kenntnisse, war in der Kirchcngeschichtegründlich unterrichtet, und erhielt wegen seiner nicht gemeinen Kenntniß bei-der Rechte von den Zeitgenossen den Ehrennamen: cleeistoriu» Ooetor').Um die bis setzt geltend gemachten Grundsätze des Concils zu Basel, welcheser mit Rücksicht auf die damaligen Bedürfnisse der Kirche froh begrüßt hatte,durch geschichtliche Documente zu rechtfertigen, verfaßte er die Schrift: äec««co?'e//a eak/ra/iaa /ib/r welche er 1433 vorlegte. Sie ist gewisser-maßen als der Gcsammtausdruck der Ansichten über die Kirche, das Ver-hältniß des Papstes zu den Bischöfen und einem allgemeinen Concilc undder gegenseitigen Stellung von Kirche und Staat zu betrachten, wie die größ-ten Männer jenes Jahrhunderts G er so n, d'Ailly, Nicolaus vonClemange u. A. selbe ausgesprochen haben. Daher verdient ihr Inhalt,namentlich in Beziehung auf die behauptete Stellung eines allgemeinen Con-cils zum Papste, im Allgemeinen hier vorgclcgt zu werden.

1) //arcluitt. ll. VIII. x. 1315—17: „Laerosauetu Asneralis ch-nocl. Lasil.iu 8plrlt.ii 8to Isxltlins conArvZata, univoronlsin sceloslinn repraesentnns,unlvcrsls Obrlsti tulslllms." — 2) IV/evtar opp. Ilasil. 565. 3 ll. k.

ungcdrucktc Urkunden in Betreff dcssclb. in Tnb. Q.-Schr. Jahrg. 830. S. l7l.

vitn blicnl. cls Ousa. '1'revlr. 730. Berichtigungen u. Zusätze dazu.(Tnb. Q.-Schr. 831. S. 386.) ck*Scharpf, Nie. v. Cusa, sein kirchl. n. lit.Wirken (Tiib. Q.-Schr. 837. S. 201 ». 687.) Derselbe, der Cardinal u.Bischos Nie. v. Cusa. Mainz 843. I. Th. )*Dnr, der dcut. Cardinal Nie. v.Cusa u. die Kirche seiner Zeit. Rcgcnsb. 847. 2 Bdc. -(Clemens, GiordanoBruno u. Nicol. Cusa; eine philos. Abhandl. Bonn 847.