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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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641
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§. 264. Bekehrung der Mongolen durch Abendländer. 641

vino zu erfüllen. Durch den Einfluß des Gesanges, historischer GemäldeauS dem A. und N. T-, Ucbersetzungen auserlesener Stücke desselben wurden6000 Mongolen zur christlichen Taufe vermocht. Clemens V. sandteihm auf seinen Bericht sieben Gehilfen (1307), und machte ihn zum Erz-bischof von Kambula (jetzt Peking)'). Nach seinem Tode (1330) folgteihm in der Würde der Minorit Nicolaus, der durch den Tod oder Gefäng-niß gehindert ward, sich der Christen in der Tartarci, die 8 Jahre ohnegeistliches Oberhaupt waren, hilfreich anzunehmen. Bei dem Aufstande China'Sgegen die herrschenden Mongolen wurde die Gemeinde in Peking vernichtet(1369); nur einzelne nestorianische Christen erhielten sich. Neuen christlichenMissionären ward durch die Chinesen der Zutritt in das Reich verweigert.

Ganz eigenthümlichcr Art waren die Bekehrungsversuchc, welche Fran-zi ScusvonAssisi durch glühende Büßpredigten in Damiette (1219), undRaymund Lullus durch den Weg der Wissenschaft bei den gelehrten Mu-hammedanern in Tunis (1292) unternahmen'). Der letztere, ein originellerSchriftsteller des MA., und namentlich auch für die Naturwissenschaften ein-flußreich , wollte die Wahrheit verwirklichen:Jeder müsse d ie Religionals die wahre anerkennen, welche Gott die größte Vollkommenheit beilegt,von allen einzelnen göttlichen Eigenschaften die angemessensten Begriffe gibt,und die Gleichheitund Uebereinstimmung unter denselben am besten nachweist."Zu diesem Zwecke hatte er sich eine eigenthümlicheKunst," Methode, aus-gedacht, die einleuchtender und zugänglicher als die der Scholastiker seinsollte, in Wahrheit aber fast noch complicirter und darum noch abstruser er-schien, daher trotz aller Anpreisung wenig Freunde fand. Nach wiederholtenfruchtlosen Bemühungen für seine Kunst und die Bekehrung der Muhamme-daner starb er an den Folgen der Mißhandlungen bei seiner zweiten Gefan-genschaft in Tunis auf der Rückreise (1315) nach seinem Vaterlande, derbalkarischen Insel Majorka. Hier hatte er ein Franziscanerkloster zurBildung von Missionären für die Muhammedaner gegründet.

Anm. Mittheilungcn aus der griechischen Kirche werden unten §. 278. überdie ganze Periode im Zusammen hange gemacht werden.

1) IVackck'uA, anu. bliuor. all u. 1307. nr. 7 8g.

2) Freib. Kirchcnlcr. Bd. VI. S. 638 ff. Die opsra, 7-ultr

erschienen thcilwcise LloKunr. 721-42. 10 V. k. doch schien dazwischen V. VII.u.VlII., die sich nirgends vorfindcn, aber auch nicht ciiirt werden u. daher wohlgar nicht gedruckt worden sind. Bonner Zcitschr. 852. H. 3. u. 4.Vor-ßudien über das Leben des Raym. Lullus." Hclfferich, Raym. Lull. u. derAnfang der catalon. Lit. Bcrl. 858.

Alz «g's Kircheugeschichtc. 7. Auflage.

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