26t. Verbreitung des ChristcutbuuiS i» Pommern u. auf Rügen. 637
acißcln (1261), und in Straßburg sah man, als eine Pest drohte, auf ein-mal 120 N Flagclla nten. _
Die Ausbreitung des Christcuthums
bildet in der christlichen Lebcnsentwickelung dieser Zeit ein ganz untergeord-netes Moment; daher erhält sie auch in der Darstellung diese Stelle um somehr, als die jetzt bekehrten Volker nicht sogleich an den großen kirchlichenLcbenSentwickclungcn Theil nehmen. Wie schon seit den frühesten Zeitendie Missionäre bei den germanischen Völkern von Rom die Autorisation fürihre Bckehrungsversuche cinholtcn, so waren jetzt um so mehr die Päpste derMittelpunkt aller Bekehrungsversuche und Anstalten. So forderte Honorius III.die Prälaten aller Länder auf, sie möchten beharrliche, Gott ergebene Geist-liche auswählcn und nach Rom senden, wo sie unterrichtet werden sollten,um als Heidenbekehrer in fremde Länder zu gehen. Aber die Päpste warenauch zugleich eifrig darauf bedacht, durch ihre Gesandte oder hiezu bevoll-mächtigte Bischöfe die Erhaltung und weitere Entwickelung deö Christen-thums möglichst zu fördern.
h.261. Verbreitung des Christeuthums in Pommern ». auf Rügen.
Vita Ottvllis kommornu. .Vpost. libli. III. rxlr loett. nntig. 1. III. ?. II.p. 35 — 96.) Fbbmis Lnboboi'^ons. vita Otwnis (Imckovioi. seript.
Ein» Luinbvi'g'. 2'. I.) ebronien 8Invorn>n eä. Hangort. I.ub.
659. 4. Kannegießer, Bckchrungsgcsch. der Pommern zum Christcn-thumc. Grcifsw. 824. Steinbruck, die Klöster Pommerns. Stettin 796.4. Ncandcr, KG. Bd. V. S. 1-40.
Die früher von Polen aus gemachten Versuche, das Christcnthum unterden Pommern zu begründen, waren durch die wiederholten Aufstände ganz ver-eitelt worden, das Bisthum Kolberg schon mit dem ersten Bischof Rein-bert untergegangen. Erst als der pommcrsche Herzog Wladislaw vom pol-nischen Herzoge Boleslaw lII. gänzlich unterjocht worden war, verspra-chen sie endlich Christen zu werden. Der vom Papste autorisirte spanischePriester Bernard wollte ihnen das Evangelium verkünden (1122), wurdeaber wegen seines ärmlichen Aeußern verhöhnt: da ja der Herr der Weltkeinen Bettler zu seinem Gesandten erwählen würde. Er zog sich nach Bam-berg zurück, von woher derB. Otto durch den siegreichen polnischen HerzogBvleslaw III. eingeladcn wurde, unter den Pommern das Christenthumzu verkünden. Von P. Calirt II. autorisirt, kam er nach der ErfahrungBernard'S äußerlich prunkvoll und mit vielem Gefolge nach Westpommern11124). Der pommcrsche Herzog Wratislaw war bereits Christ; durchOtto'S gewandtes, wohlbcrechnctes Benehmen und die bei seinem früher»Aufenthalte in Polen erlangte Kcnntniß slavischer Sitte gelang cs ihm, zuPyritz 7000 Pommern zu taufen. In C am in hatte die christliche Her-zogin die Bevölkerung dem Evangelium zugcwandt. Am hartnäckigsten wider-standen die Handelsstädte Jul in und Stettin; an letzterem Orte riefman dem Bischof Otto und seinen Begleitern zu: „Was ist für Gemeinschaftzwischen uns und euch? wir werden unsere väterlichen Gesetze nicht verlas-sen, und sind mit der Religion zufrieden, welche wir haben. Finden sich nichtunter den Christen Verbrechen und Strafen aller Art, verflucht nicht ein Christben andern? Fern von uns sei eine solche Religion." Erst in Folge der
seenm voxilin vt nrckeutos onnckolns vt llaxolin in manibus, guibus so guicknmpvnutwbnlit nsguo nck ollüsionem sanguinis ot vnutnbnut ilsvotos cantus, ote.ckreliei'i SeriM vä. Krnne. 'II I. z>. 461.)