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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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§. 217. Paschalis H. Gclasins II. Calirt II.

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»Elienstamme, den FrangipaniS, mißhandelt und eingekerkert. Dascnttüstete Volk befreite ihn; erst zu Gaeta konnte er geweiht werden, mußteaber vor der Verfolgung Heinrichs V. fliehen und starb zu Clugny (1119).Aus seinen Rath wurde der entschlossene EB. Guido von Vienne, einPrinz von Burgund, als Calirt II. (111924) gewählt. Zwar hattedie kaiserliche Partei den EB. Burdinus von Braga alsGregvr VIII.«wählt') er konnte sich aber gegen die Normannen und das römische VolkM behaupten und starb im Kerker. Nach dem langwierigen Kampfe undber Verwüstung Deutschlands und Italiens wurde von Allen der Friedezwischen Kirche und Staat gewünscht; auch die Lage Heinrichs wurde im-mer kritischer.

Scho» auf Veranlassung der Streitigkeiten der Erzbischöfe von Cantcrburpmit Heinrich I. hatte der Mönch Hugo zu Fleurp eine Schrift zur Versöhnungder Kirche und des Staates, des KönigthumS und des PriestcrthumS verfaßt,worin er die göttliche Einsetzung des Königthums darthut, aberebenso auch auf Freiheit der Kirchcnwahlen und auf.Beseitigung derrnieninvestitur durch die ganz unpassenden Symbole des Ringes und Stabesbringt'). Auch derAbt Gottfried von Vcndüme, welcher Paschalis so hartgetadelt, trat jetzt vermittelnd aus"), die scharfe Unterscheidung der In-vestitur zur geistliche» Würde von dcrUebergabe derTemporalienals den sichersten Weg zur Verständigung bezeichnend; vor Allemaber erschien ihm die freie kanonische Wahl als das Dringendste.Sei diese gewährt und die Consecration erst erfolgt, so sei die Investitur desKönigs zur Verleihung der weltlichen Besitzungen und seines Schutzes nicht an-stößig: sollen ja nach Christi Willen das geistliche und weltliche Schwert zumSchutze der Kirche dienen, und darum sich mit einander verbinden.

Durch derartige irenische Vorschläge wurde das schwere Geschäft derAusgleichung zwischen Papst und Kaiser eingeleitet. Calirt II. hatte auf derSynode zu RheimS (1119) Heinrich V. billige Vorschläge gemacht, die dertreulose Kaiser aber nicht annahm, daher ihm der Bann von Neuem gedrohtwurde. Da jetzt auch die Unruhen in Deutschland bedenklich wurden, fürch-tete er daS Loos seines Vaters, und willigte nach mehrfachen Vorbereitungenin das Concord at zu Worms (1122), wodurch der fünfzigjährige Jn-vestiturstreit in Deutschland beendigt wurde. Calirt II. berief nun ganzselbstständig daS erste allgemeine Lateran-

Das neunte ökumenische Concil (1123),wozu sich 300 Bischöfe, 600 Aebtc, im Ganzen 1000 Prälaten cinfandcn. Das-selbe bestätigte den Inhalt jenes Concordats, der in Nachstehendem fcstgestclltworden war:der Kaiser übergibt Gott, dem heiligen Petrus und Paulus undder katholischen Kirche alle Investitur mit Ring und Stab und gestattet, daß inallen Kirchen des Reiches die Wahl und Weihe frei nach den Kirchcngcsetzcn ge-schehe. Dagegen genehmigt der Papst, daß die Wahl der deutschen Prälaten inGegenwart des Kaisers ohne Gewalt und Simonie vollzogen werde, dieGewählten in Deutschland vor, in Italien und Burgund nach ihrer Weihungbelehnt werden, die Rcichslehnc nicht durch Ring und Stab, sondern durch das kaiser-liche Sceptervcrlichen werden, und die Bischöfe dann das Schuldige leisten."Zugleich wurde der von den Sarazenen bedrängten Christen im Orient und in

1) Vita Lurcliru (Latus. misesll. kar. 680. Dom. III. p. 471 sg)

2) ÜUAv ssloriaceus. lib. II. äs rsZia xotsstuts st äs saeoräomli äiznitatsM IIsm. I. (Latus, mmeslluii. D. IV. Dar. 683.,

3) Eoäo/ress. Viuäouie. oxuse. III. Os 8imoniu st invsstituro. luioor.a v H' tructntus äs oräinutions sxiscozior. st äs investitura laicor.

M betr. Leon, varäinul. (max. bidl. I. XXI.).