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mit der er schnell die schwierigstenVerhältnisse übersah und zu beherrschen ver-stand. Hiemit verband sich ein starkes Selbstgefühl, aber ohne VermessenheitUeberall erschien er umgeben von der Herrlichkeit seiner Würde; sein reinerfleckenloser Wandel mußte selbst von den heftigsten Gegnern aufs unzwei-deutigste anerkannt werden. Den schönsten Beweis seiner wahrhaft christlichenUneigennützigkeit gab er in seiner Antwort an die fromme Königin Mathildevon England '), die in einem Schreiben erklärt hatte, ihm Alles geben znwollen, was er von dem Ihrigen haben wolle: „Wel ches Gold, welcheEdelsteine, welche Kostbarkeiten dieser Welt sollte ich lie-ber von dir haben wollen als keusches Leben, Wohlthätig-
keitgegendieArmen, Li ebe Gottes und des Nächsten?" Bei
tiefer Frömmigkeit war Gregor endlich aber auch freisinnig. So forderteer den König von Dänemark dringend auf, es mit allen Kräften zu verhin-dern, daß in seinem Lande bei Unwetter und Seuchen unschuldige Franc»als Zauberinnen, welche nach abergläubischer Vorstellung solche UngliickMeherbeigcführt hätten, verfolgt würden. Zu seiner Unterstützung in seine»,überall nöthigen Walten und Wirken zog er die strengsten und einsichtsvoll-sten Männer seiner Zeit oft wider ihren Willen aus klösterlicher Verborgen-heit in seine Umgebung, damit sie Leuchten der Welt würden, lieber diein Oberitalien entstandene neue Macht konnte er gebieten; denn die Mark-gräfin Beatrix, noch mehr ihre Tochter MathildiS verehrten in dmstrengstttlichen Gregor ihren geistlichen Vater, und fanden sich beglückt, ibi»ihre Macht zu leihen, mit ihren Burgen ihn schützen zu können' ).
Nach der damaligen Stellung der Päpste zu Deutschland war GregorsAufmerksamkeit und Thätigkeit vorzugsweise dorthin gerichtet, und mGefühle seiner ihm anvertrauten Machtsülle mußte er mit dem zufolge seinerzeitweilig fehlerhaften Erziehung, principlosen, trotzigen, ausschweifendenund despotischen Heinrich IV. bald in starken Conflict gerathen. DieDurchsetzung der kirchlichen Beschlüsse in Ansehung der Investitur war beiHeinrich dringender, als irgendwo; denn ans dem Stifte zu Goslar, woHeinrich am liebsten verweilte, waren die durch sein unsittliches Hoflcbe»verderbten, kriechenden und schmeichlerischen Kanoniker meistens auf Bischofs-stühle erhoben worden. Gregor wählte zuerst den Ton der Güte und väter-lichen Zurechtweisung^); Heinrich gelobte in demüthiger UnterwerfungBesserung, hielt jedoch nicht, was er versprach. Als sogar die wegen Si-monie von Alexander II. gebannten kaiserlichen Räthe wieder ein-gesetzt wurden, Heinrichs Buhlerinnen mit den Edelsteinender Kirche prunk-ten'), die besiegten Sachsen despotisch gedrückt wurden u. A., schärfte der
1) 6>eAor. sxx. lib. VII. ex. 26. vgl. lib. VII. ex. 21. aä Leonunirs§. Dauor.
2) Ihr Versprechen bei Larou. uä g. 1074. irr. 10. „Hnoci non tribnlatio,non angnstig, rwir kames, non xsriculrkm, non xsrsooutio etc. potent eamssxrrrars g obaritats Uetri in Obrmto flesu Domino nostro." Sein (Greg)Leben blieb, sagt Schlosser, übrigens rein, wie cs immer war. Das gestehe»auch seine ärgsten Feinde, und die Lüge, die seine Vertraulichkeit mit MathildiSin spätem Zeiten zu einem verbotenen Umgänge »rächte, ist eben so elend erson-nen als lächerlich. (Weltgcsch. Bd. II. Th. 2. «. 720.); ebenso urtheilt Nean-der, KG. Bd. V. Abth. I. S. 197.
3) In lib. I. ep. 119. gibt Gregor die verschiedenen Gründe an, aus denener sich für verpflichtet halte, für die Erhaltung Heinrichs IV. zu sorgen.
4) Oemmue sseelosigrum) gutem äistraetae guibusägw meretriculis ckonM