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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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§. 20t. Der CnltuS während der ganzen Periode.

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Tours' und als Pipin die Schriften des Dionysius Areopagita erhalten,ward auch das Andenken an den in der decischen Verfolgung gestorbenenMärtyrer Dionysius, B. von Paris, erneuert, den mau jetzt ganz.Meinem mit dem Zeitgenossen der Apostel (Apg. 17, 34.)-verwechselte.Mi Spanien hatte sich eine Erinnerung an Jakobus den altern alsAvostcl dieses Landes erhalten; zuCompostella glaubte man seinen Leich-nam aufgcfundcn zu haben (791842), erfreute sich an seiner Verehrung,und wählte ihn als Schutzpatron in den Schlachten. Damit nicht zu viele odericht wirklich Heilige verehrt würden, wurde Vorsicht empfohlen '). Seitdem Ende des 10. Jahrh. ward die Anordnung der Verehrung neuer Hei-ligen dem Papste Vorbehalten, was dann P. Alexander III. (1170) alsei» Recht dem apostolischen Stuhle rcservirte. Als erstes Beispiel der vondem Papste vollzogenen s. g. Kanonisation ^) wird die des (973). ver-storbenen h. U l r i ch, B. v. Augsburg, durch Johannes XV. angeführts993). Andererseits wurde aber die kirchliche Feier an den angeordnetenFesttagen zur strengen Pflicht gemacht, und die Abhaltung der richterlichenUntersuchungen an denselben untersagt'). Endlich fand jetzt auch das durchBonifacius IV. begonnene Fest Allerheiligen (l. November) bei dengermanischen Völkern überall Eingang; daran reihte (2. Nov.) nach einerfrommen Sage zuerst der h. Abt Odo z u Clugny in den Klöstern seinerCongregation das Gcdächtniß aller Seelen (998), das gleichfallsbald allgemein Angeführt wurde")

Wie der christliche Glaube, namentlich in Ansehung der siebenSa-cram ente von den Griechen und Römer überliefert, und durch einen ent-sprechenden reichen Kreis von Cercmonien ausgeprägt worden war, nahmenihn die Germanen ehrfurchtsvoll an. Mit Amalarius von Metz beginntjene diesem Paragraphen vorangcstellte Reihe von Bestrebungen, die Be-deutung und liefern Beziehungen der Ceremonien und liturgischen Hand-langen zu enthüllen. Das Sacrament der Taufe sollte auch jetzt nach wie-derholten Bestimmungen an den hohen Festen und ehemaligen feierlichen Lauf-zeiten Ostern und P fing sten unter den früher üblichen Ceremonien ge-spendet werden ^). Doch mußte gegen indifferenten Sinn die Verschiebung

1) Oapinil. a. 794. e. 40-, El, iralli novi 8ancti colantur mit invoesntur,ns wsinorias suruin per vias Srixanlur; seil ii soll in scclseia vsnsranlli eint,qui ex auedoritads passionum and vidas insrito vlscti sind. (Lallte. ^

194) Oapit. a. 805. 17.: Os scclssiis ssn 8auctis novitsr eins anctoritats

mvöntis, nisi Ikpissopo probants iniuiins vsusrsndur. 8alva stiam st lls boesl lls ownibus ecclssias canoniea 1. I. p. 299.)

2) 6oncr7. ÄomMr. a. 993. b. Il/ansr. 3?. XIX. p. 169. TTaeck»/». 9k. VI.k. I. p. 727. spro canonieations 8t. Ellalric.i Xn^ustani.) ek. Mrbill. prask. allaetn 88. orll. Zen. sase. V. nuin. 99. sg. Esneäeot»,>! XIV-, lls bsatiüc.at. stcanonir. lib. I. e. 78. Vgl. den Artikel Caiionisatioii im Frcib. Kirchcnler.

3) Oapitulars III. a. 789. s. 18.: Ed in lloininicis llisbus eonvsntns sd pla-citL publica non kaciant, nisi korto pro ina^na nscsssitats, and bostilitats eo-ksntc, soll oninss all Eeclssiam rscurrant all anllisnllnin vsrbum Esi, st ora-üouibus vsl sustis opsribns vacsnt. 8iinilidsr st in Isstivitatibus prasclarisLos st Lcelesias convsndui ässsrviant, st saseularia placita llimittant.

4) ilLrLL aeta 88. orll. Ssn. saso. VI. ?. I. p. 584. Estr. Xlamranrvite Ollilon. e. 10. (Lollan-k. acta 88. in. llan. 3?. I. p. 74 sg.); ÄeAeüert.S-Eae. all a. 998.

5) Oapitulars a. 804. e. X.: Et nnllus bapti-iars prassumat nisi in SaLells,

ei remseosts, sxevpto iuürmo. 'I. I. p. 294) unb öfter.