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2. Zeitraum. 2. Periode. 2. Zeitabschnitt. 2. Capitel.
Güter deS hl. Stuhles an römische Adelige oder an Norman-nen vergeben, so daß Leo bis 1051 von den spärlichen Einkünften des Bis-thums Toul leben mußte. Sein Hauptaugenmerk richtete er aber sMgegen das Grundverdcrben in der Kirche: die Sittenlosigkeit undSimonie der Geistlichkeit'), welche ihm Petrus Damiani in seinem übergoinor, lüuinis fast zu grell schilderte. Er wandte noch energischer als Cle-mcnS II-, in ungewohntem Ernste und ungewöhnlicher Form durch National-concilien, eigene Reisen, sowie noch durch Entsendung von Legaten seineganze Kraft an. Der größte Theil der Geistlichkeit ward von jenen Lasternbefleckt befunden. Viele wurden abgesetzt, Unzählige zur Buße genöthigt.Der Himmel selbst verband sich zu diesem bedeutungsvollen Kampfe dejPapstes durch häufige während der Untersuchungen eingetretene göttlicheStrafgerichte '). Gegen die äußere Bedrängniß der Sarazenen, welcheunter ihrem Anführer Mugottus Sardinien eroberten, suchte er durch lieber-scndung der Standarte des h. Petrus den gesunkenen Muth der Pisancrwieder aufzurichtcn, und sie zu einem neuen Zuge gegen die Ungläubi-gen zu entflammen. Gegen die Normannen in Unteritalien führte Lr«selbst ein Heer; und obschon dieses geschlagen ward, sah man den siegreichrnFeind zu den Füßen des Statthalters Christi, um Buße und seinen Seglnbittend. Die Eroberungen in Unteritalien und Sicilien nahmer von ihm als Lehen an. Durch enge Verbindung mit dcmKönigEduard sorgte Leo für das Gedeihen der englischen Kirche; Spaniens losenVerband mit der apostolischen Kirche knüpfte er fester; die zu Ct. durchMichael Cerularius angeregten schismatischen Wirren suchte er nachKräften zu beseitigen: überall, wo es Noth that, Hilfe zu bringen.
Nach seinem Tode ging Hildebrand zu Heinrich III., um von ihm einendeutschen Papst designiren zu lassen. Ungern wies der Kaiser auf seinenVerwandten, Gebhard von Eichstädt, der zu Nom gewählt, als Victor».(1055 — 57) den apostolischen Stuhl bestieg '). Heinrich III. sah sich sehtgenöthigt, die Marken Spöleto und Camerino dem Stuhle Petri zurückzu-geben! Victor war mit allen Tugenden eines Kirchenfürsten geschmückt, undHildebrand hoffte von ihm, er werde, gleich mächtig an innerer Tugend wieäußerem Einfluß, in Italien den Kampf gegen die Sittenlosigkeit und Si-monie sortsetzen; und er irrte sich nicht. Hildebrand selbst ward zu diesemZwecke als Legat nach Frankreich gesandt, für den südlichen Theil aber wur-den die Bischöfe von Air und Arles delegirt. In der Bekämpfung des Con-cubinats der Geistlichen und der Simonie mußte der Papst nocheinen Schritt weiter gehen als seine Vorgänger, und zugleich der Kirche
1) TcoOetrens.: Ueriarns inveniretur, gui non esset »morat«« net coneubi-Us§»»m«a gunl ckieain? omues paene ecclesiastieos orckives kaeeuior-
tit'era bvllna dsvoraverat, nt gui ejus morsun, evaserit rarus inveniretur. Vit»
8t. -loan. Oluall». Ebenso 7)e«?'ckerrV cke mirac. 8. Lensck. clialng. lid. UI. z. An-fang: In tuntnin mala eonsnetuckc, ackalsvit, nt saerae legis auctoritate postpn-sita, cliviua Iiumanagus omnia miscerentur: ackeo nt populus electionem etL»'rerckotss consecratwnsm ckonningue 8piritns 8aneti, guorl gratis aecipers et ü»reckivina aurtoritatv statutnm tnerat, clata aeeeptagus per manus peerwia, stncliavaritia vendvrent, ita nt vix aliguanti invenirentur, gni non Inßus siwomncnepestis eontagione koedati — existerent.
2) Bgl. Söfler a. a. O. Abthl. II. S. 57 u. a. St.
3) 75ctor,'« II. vita et epp. b. Ma»«r. I'. XIX. p. 833 sg. Larckum. r>VI.I?. I. p. 1037. vgl. H öfter a. a. O. II. Abthl. S. 217-268.