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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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453
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§ 189. Päpste unter stank. Kaisern b. z. Tode Alexanders II. 1073. 453

Auch dieses Land knüpfte jetzt mit dem h. Stuhle wieder freundliche Verbin-dungen an. Der unter Hugo Capct abgesetzte EB. Arnulf von Rheimswurde nach dessen Tode unter Robert, wiewohl Gerbert jenes Biüthumbereits eingenommen, unter dem Einfluß Gregor'S V. wieder eingesetzt (996).Auch in die Scheidung von der ihm verwandten Gemahlin Berta fügte sichWert um weiteren Folgen der Ercommunication zu entgehen '). Nachdes Kaisers Abzug hatte CreScentius und sein Anhang einen neuen Aufstanderregt und Gregor verjagt. Dieser blieb aber standhaft und bannte denCreScentius; der Kaiser schützte ihn, ließ CreScentius enthaupten und denGegenpapst Johann XVI. an Ohren und Nase verstümmeln. Gregor ar-beitete unermüdct an der Wiederbelebung des verfallenenkirchlichen Lebens; sein früher Tod (999) unterbrach dieses glücklicheStreben.

Otto leitete nun die Wahl auf seinen Lehrer Gerbert, den ersten Fran-zosen, als P. Sylvester II. (9991003). Von niederem Stande

hatte er sich alles Wissen seiner Zeit angeeignet, ja war demselben weit vor-auSgeeilt. Unter den schwierigsten Verhältnissen verwaltete er mit Kraft,Umsicht und mit Mäßigung in Ansehung seiner Vorrechte das Pontificat ).Für das hart bedrängte Jerusalem regte er zuerst den großen Gedanken an,durch einenZug der gesammten Christenheit das heil. Grabzu befreien^). Otto HI- starb frühzeitig (1002), ohne Nachkommen,und ohne seine Hoffnungen erfüllt zu sehen, ja darin von dem EB. Willi-gis und seinem Anhänge hartnäckig gehindert, welche sogar gegen die ver-meintlichen Begünstiger des Planes einer Verlegung des kaiser-lichen Sitzes nach Rom, nämlich gegen P. Sylvester II. und B. Bern-ward von Hildesheim den ärgerlichen Jurisdictionsstreit über das KlosterGandersheim geradezu provocirten.

Sogleich versuchte nun die toskanische Partei abermals Einfluß auf denPapst zu gewinnen, und schon in Benedict V111. (101224) erhielt wiederein Glied der Grafen von Toskana die apostolische Würde. Doch selbstBenedict wurde von einem gewissen Gregorius angefochten; sogar aus Romverkleben, suchte er bei dem durch des Willigis Einfluß und Kraft erwähltenKaiser Heinrich II. (100224) Beistand. Dieser kam auch nach Italien.Er gelobte, die römische Kirche zu schützen, und empfing (1014) die Kaiser-krone'). Wichtig wurde Benedict's Wirksamkeit gegen die Sarazenen, wieauch dadurch, daß er durch die Verbindung mit Heinrich II-, der frommenSinnes d en kaiserlichen Purpur mit dem Mönchsgewande vertauschen wollte,

1) Uebcr die Angelegenheit des Gerbert u. Arnulf v. Rheims finden sich dieActen nach Gcrbert's Bericht b.Mrnsr. V. XIX. p. 103 sg. vgl. p. 173 sg. 77»r-ckam. 7. VI. ?. I. p. 723. vgl. die notae Keverenr' Lr'nrr b. Mrnsr I. e. UebcrRvbcrt's Ehe vgl. Mrnsr. 7. XIX. p. 225. ÄetAatckn«, FVorr'aoen. rnonaeb.,rm Koben! c. 17. (Lonzust. I. X. i>. 107.)

2) Hlvestrr II. vita et epp. b. Mrnse. V. XIX. p. 240 sg. Karekurn. V. VI.KI. p. 759 sg. vgl. Hock, Gerbert od. P. Sylvester II. u. sein Jahrh. WienM. Uebcr den Sylvester II. nach einer Bolkssage aufgcbiirdctcn Vorwurf derZauberei s. die Apologie eines alten Dichters bei Hock. S. 165.

3) Ä/Ivestn II. Lp. a. 99g. «Lx persona Ilisrosolviiiae clavastatas ncl rmiver-«ew ecclssiam.» Muratorr. script. V. III. x. 400. Longuet. 1. X. p. 426.)

1) Lnteguam ioäuceretur ab soclew (papa) interrogatus: sr'Fckelr's esrs«Met romanas patronus et cke/ensor ece/esfae,- sibi autsm suisgus sue-ceraMlms per vuwia Lelelis respouäit. Lt tune ab eoäow uuctivnew et co-ronaw suscepit.