§. l86. Steigende Macht der Päpste re.
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itimidcn als falsch anerkannten Decrctalen' i von irgend einem Papste, nur nichtre>» angegebenen, enhcilt worden, so daß die Fälschung meist nur eineMonologische ist. Nach dem ältesten Codex') zerfällt diese Sammlung in^ i-aheile, und ihr Inhalt beschränkt sich keineswegs, was die Kritiker fast alleinia-i Me gefaßt haben, auf Gegenstände des Kirche,«rechtes: über denRimt das Verhältnis der Bischöfe zu der weltlichen Gewalt, zu den Metropo-le md Provinzialspnode» rc. Sic verbreitet sich vielmehr auch mir demselbensmcrcsse über dogmatische, moralische, liturgische Frage» und dieBuieisciplin in den Hauptgcbrechc» der Zeit, wie endlich über den BorrangM die Würde der römischen Kirche, die Appellationen an dieselbe, die verschiedc-«i, Gliederungen der Hierarchie u. a. Bei Rechtsentschcidungcn solle eine strengeMüiiia der Zeugen vorgcnommcn und nur Personen von anerkannter Tugend,,,,d erprobter Gottesfurcht zugclafscn werden ').
Nicht ohne Grund wurde bereits von Luden vermuthct, den ersten Anlaß zutiefer Sammlung habe wohl der Streit Ludwig's des Frommen mit seinen Söh-ne» gegeben, der so giftig geworden, daß auch die heiligsten Gefühle keine Ach-mehr fanden, »nd die Bischöfe des Reichs, in wilder Leidenschaft einanderaegenUbcrtretcnd, kein Band mehr hatten, das sie gemeinschaftlich umschlang.Zweifelhaft ist aber auch die erste öffentliche Anwendung der Sammlung (wahr-sten,lieh auf der Synode zu Chiersy 857). Der Mainzer Diakon Benedictkeoita batte sic »ach der Versicherung des Hinkniar von Rheims durch den auSSpanien zurnckgekchrtcn EB. Riculph von Mai»; (787—8l4) erhalten, undteilweise in seine eigene Capitulariensammlung ausgenommen (zw. 840—42»d. 47j. Die größte Aufmerksamkeit lenkten die Verhandlungen P. Nicolaus I.mit töinkmar, EB, von Rheims, auf dieselben. Für den angeblichen spani-schen Ursprung spricht Manches, mehr jedoch für fränkischen, nach Knustzwischen 8stli—45 oder zw. 840—45, nach Wasser sch leben zw. 835 und 836.N»r Gedankenlosigkeit konnte auf römische» Ursprung (Theiner, Eichhorn) undsogar auf P. Haorian 1, hindcutcn, der bekanntlich den dionysischen Codex anCarl d. Gr', geschenkt hat, eine Sammlung, welche seiner Stellung weit wenigergsmsiig war als Pseudo-Isidor. Fast muß man eine gleiche Unwissenheit derjesigc» Gelehrten über den Zustand des Uten Jahrh., wie der damaligen Zeit-genossen über die frühere Zeit voraussetzcn. Der wohl nie sicher zu ermittelndefränkische Verfasser (Benedict Lcvita, EB. Otgar v. Mainz 826—847)mnnt sich nach Sitte der spanischen Bischöse dcmüthig Isidor psccawr smorca-ia>), und zeigt sich überall „als frommer, innig gläubiger, tugendhafter, um dasWohl der Kirche aufrichtig besorgter Mann, der gar keines bösartige» BetrugesWg ist* *)." Nach all' diesem ist Möhlcr's u. Roßhirt's Parallele zwischenj«r Sammlung und den dem Inhalte nach gleich umfassenden s. g. apostoli-schen Constitutione» und Kanonen gewiß (reffend. Die Verfasser der letz-ter» haben Produkte späterer Zeit, um ihnen größere Bedeutung und größer»
1) Die ersten Zweifel an der Echtheit im 12. Jahrh. durch Petrus <k.
Ka»ci eoinm. de collect, cuim. Isid. morcut. (<7a7k«nÄ. sz-IIog. V. II. c. 5.p. 30), Rool. Cusantes (im 15. Jahrh.), de ccmcordia cutli. lili. I!I. o. 2., u.M. aDn-rsoxeinat«, summa occl. lil>. II. c. 101. Duurent,'«« IVrtta, de tulsuemlita — Loustnntiui doiurt.
2) Der älteste Codex beschrieb, von Ballcrini sLsakkanckt! szdloAo V. I. p.
U2 sg. pgl. u. in den uatices et extruits des mauuscr. de la
bibl. national. 1. VI. 265-301.)
st) Han oportet sos a. jutlicilius ecclesiae audiri, nntegunin sorum discutiu-tur Mötimittioms suspicio vel opinio, gua iiltentious, gua. side, guu temerilnto,PN, vitn, eouscivutin. et reliptinuo.
*)Hcfclc sagt mit Berufung auf Richter KR. S. 120. Ausg. II.: Uebri-M scheint Bcned. Lcvita um den Betrug gewußt zu haben, und seine Acußc-n>ng in d. Vorrede sr. Capitulariensammlung „die v. Riculph gesammelten s, lio-wlae seien erst v. Otgar wieder aufgcfundcn worden" darf wohl als Versuchbetrachtet werden, jede Spur von dem wahren Verfasser (Otgar od. Benedict) hin-lbcg, auf Riculph hinüber zu lenken.