404 2. Zeitraum. 1. Periode, t. Zeitabschnitt. 4. Capitcl.
Wer sich der Kirchenstrafe w«versetzte, oder zu freventlich gesündigt ichward ercommunicirt, und dann vom Staate in gleicher Weise verfolgt:»durfte keine Ehe eingehen, keine Waffen tragen n. a.; über GeistlicheAbsetzung, Degradation und Gefängniß verfügt. Namentlich wurdet»Hinneigung zu den heidnischen Religionsgebränchen und abergläMe,Sitten von der Kirche wie vom Staate streng bestraft').
Die Kirche glich hiernach damals in mancher Beziehung der alttcstaniei».lichen Theokratie, denn auch hier waren Staat und Kirche nicht Meinander gehalten. Beide Erscheinungen waren aber für die BildunM,der Juden und Germanen ebenso nothwendig, als in der erstens?,'»dem,ziehung die rein moralischen Gesetze von der Zucht nicht gesondert sindHätte die Kirche gleich anfangs mit Verzichtung auf die Leitung der Schn,Verhältnisse von der Religion des Geistes, von der inner»Frei-heit d er Kind er Gottes gesprochen, so wäre ihre Sprache bei diese!ungebildeten Völkern ganz unverständlich und erfolglos geblieben. Daß ab,,die kathol. Kirche auch damals sich des Höher» und Liefern im Chrisle».thum wie stets bewußt war, davon zeugen die herrlichen Ideale «asmFrömmigkeit, wie viele Kanonen des Inhalts '): daß äußere Handlung!!noch keineswegs wahre Buße seien, diese auch nicht im bloßen Almvsengekeibestehe, da sonst die göttliche Gerechtigkeit durch Neichthum versöhnt werde»könnte.
Viertes Cnpitci.
Wissenschaftliche Bestrebungen unter den Germanen.
Die Werke vonDuT'/n, (.'«Wer, Laue, OuckOru.?. 1.1. s. ob. S. lö.Ml.-s-Hock, Gerbcrt od. P. Sylvester II. Wien 837. S. 17—22. Staudn-maier, Scotus Erigcna I. Th. S. 295—9H.
§. 170. Allgemeine Charakteristik d. Wissenschaft dieser Periode„Auch in diesem Zweige des kirchlichen Lebens gibt sich der noch unselist-ständige und blos vorbereitende Charakter der ersten consolidirenden undsammelnden Periode des Mittelalters kund; Alles hängt von äußern Ereig>nisten ab. Während dieKirchenväter und die Scholastiker des 12ten n. IMJahrhunderts gleich den Philosophen Athen's und Propheten Judäa's Druiund Verfolgung, Unruhen und Kriege der härtesten Art überdauerten, Hätzin dieser Periode wie in den Tagen Alexandriens und Rom's das Steige»und Fallen der literarischen Thätigkeit blos von zufälligenBedingnngenck'§. 171. In Italien, Spanien und den britischen Inseln.
Bähr, christlich römische Theologie, eine litcrär.-histor. Ucbcrsicht. CarlSr. M.In Italien hatten sich selbst unter den verwüstenden Stürmen der W-
guis publice psecat, publica muletetur poenitentis., et secunäuw orclinenicM«'num pro msrito ouo excowmunicstur et reeoncilietur. und can. 34.: blMe emxsnsancla est posnitsntia guantitats tsmporis, seel aräors mentis et worlim-tions corporis. Oor autem coutritum et bumiliatum Ucns non spormt. PNE.
D. XIV. p. 98. u. 100. LM-röMN. V. IV. p. 1036 sc,.) Zn Ansehung d. UM»dclns z. B. des Fastens in and. gut. Werke heißt es b. Lalr'tAM'. lib. xeemtevu8vcl unusguisgus sttenänt, cui änre äebet, sive pro rsäeinptions captiror»Live super sanctum altnrs, sivo pro pauperibus Obristinnis sroganänni.
1) llapitulare Larlom. Drinc. a. 742. c. 5. wiederholt capitul. a. "öö. e. d.Vgl. 6-rpitul. lib. VI. c. 196. 197 u. 215. Vgl. Phillips. Bd. II. S. 3"»-
2) Lonc. Lkouesstou. a. 747- 6an. 26. s. oben.