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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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§. 146. Die Religion der Germanen.

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Stammvater Thuisto (Duisko-Deutscher), der aus der Erde entsprossendurch seinen Sohn MannuS sein Geschlecht fortgepflanzt hat. Die asia-tische Abstammung ist unverkennbar, schon die Benennung Reche (Fremd-lini Vertriebener) deutet ans eine Einwanderung. Die Zeit derselben istmbcker" wahrscheinlich wurde sie bereits während der Erweiterung deSwehen assyrischen Völkerbundes, vielleicht durch das Vordringen der Scythenveranlaßt. Tacitus schildert die Germanen als ein Naturvolk voll kriegeri-schen selbst durch den Anblick des Todes nicht gebrochenen MutheS, welchesRechtund Treue achtete, auch in den Frauen das Ebenbild nicht verkannte'),und durch Sage und Poesie in der Vergangenheit lebte. Ausbildung gesell-schaftlicher Verhältnisse zeigte sich meistens nur innerhalb der Stämme ge-minschaftlichen Namens; sogar die Schlachtreihen waren Familienweise ge-ordnet. Die Liebe zur Freiheit und Unabhängigkeit galt ihnen über Alles;ur aufs äußerste gedrängt, gehorchten sie einem Obern; noch schimpflichererschien die von einem solchen verhängte Strafe. Nur wer selbstthätig seineFreiheit vertheidigen konnte, war ein freier Mann (wer, waro), zu dem derUnfreie, Waffenlose einen scharfen Gegensatz bildete. Doch gab es zwischendiesen noch einige Mittelstufen mehr oder minder Abhängiger. Selbst imTode wollte der Germane von seiner Waffe und seinem Rosse, die ihm dieFreiheit hatten erkämpfen und behaupten helfen, nicht scheiden: der vollstän-dige Ausdruck des vorherrschend kriegerischen Charakters.

Die Religion der alten Germanen bestand, dem weniger dichterischund künstlerisch entwickelten Heidenthum der Urvölker gemäß, in einer ein-fachen NaturVerehrung, etwa wie bei den ältesten Persern, mit denenße auch in Sprache und Abstammung viel Verwandtschaft haben. IhreVorstellungen von einer geheimnißvollen, allwaltenden Gottheit waren würde-voll:sie hielten es der Hoheit der Himmlischen nicht angemessen, steinWände einzuschließen, oder in irgend eine Gestalt eines menschlichenAntlitzes abzubilden; vielmehr weihten sic ihnen Haine und Gehölze und riefenunter göttlichen Namen jenes unerforschliche Wesen an, das nur ihr ehr-furchtsvolles Gemüth erkannte ')." Dieser würdigen Vorstellung angemes-sen hatten sie auch nicht einen so prunkvollen Opfercultus wie die Gallier').Doch dürfen diese Schilderungen des Tacitus und Cäsar nicht in der Allge-meinheit aufgefaßt werden; Tacitus selbst nennt einen Temp cl der Tafn aim Lande der Marsen'), und die später« Berichte der christlichen Missionäreerwähnen deren mehrere. Cäsar und Tacitus sprechen von der Verehrungeiner göttlichen Trias, die jener mit den römischen Namen Sol,Vulkan und Luna, dieser Merkur, Herkules und Mars benennt.Auch christliche Missionäre erwähnen vorzüglich dreier Gottheiten; Colum-ban fand drei Götterbilder am Bodcnsee, und in der Entsagungsformel des8!en Jahrhunderts kommt dieselbe Anzahl vor. Obenan steht Wouton,der bald von seinem himmlischen Throne durch ein Fenster die Erde und derMenschen Treiben übersieht und leitet, bald eine wilde Jagd durch die Lufttreibt, Schlachten ordnet u. A. Ihm zur Seite die wilde Jägerin Hulda,

l j lackt, o. 8. 6erm. äiviuuw nligrml et proviclum keminis messe ;,mnnr.2) lüoii. c. 9. vgl. ^Fat/r. bist, I, 7. 3) Oaesac. Oerm-mi multam rrbbae fkülor.) evirsuewäine clillei-urit; aam negue Orrmlos balient, gui rslmsaivinis prsssillt, osgue sacritleiis stmlsirt. (le dsllc» 6o.II. VI, 2l.

Vd^II^S^' ^ Grimm S. 55. Rcttberg, KG. Deutschst.