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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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293
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§. 12l. Streitigkeiten der Monvphpsitcn; kaiscrl. Hcnotikon. 293

833. 1- VlI. Ljusäoni otr. Lnh-cluanon et Xs8tor. bei trallanck. I. c. u.nriccbisch im Zpicilsginm Loinnnum 1. X. k. II. x. 140. Hefele,Coueiliengcsch. Bd. II. S. 545 ff. Walch, Kctzcrhistorie Thl. VI.S. 841 1054.

Die Beschlüsse von Chalcedon fanden in der zerrütteten und vielfach ver-derbten griechischen Kirche bei den Monophysiten großen Widerspruch. InPalästina erregte besonders der alexandrinische Mönch Theo dosiusfurchtbare Unruhen, indem er die dortigen Mönche zu überreden suchte, dieSynode von Chalcedon habe den wahren Glauben verrathen und denNestoria-insnnls bestätigt. ' Der Patriarch Juvenalis von Jerusalem wurde vertrie-ben; Thcodosius ließ sich an seine Stelle wählen und übte selbst der kaiser-lichen Macht gegenüber längere Zeit die schrecklichste Gcwaltthätigkeit. Eben-so wurden in Aegypten absichtlich die widersinnigsten Gerüchte verbreitet:man habe zu Chalcedon Cyrill verdammt und die Häresie des NestoriuS an-genommen u. A. Kaiserliche Soldaten, welche die Emeute stillen sollten,wurden in dem ehemaligen Tempel des Serapis von dem fanatisirtenPöbel verbrannt. Nach dem Tode deö Marcianus ermordeten monophysi-tischeMönche, unter Anführung des Presbyter Aeluros (Katze), den an dieStelle des Dioscurus gewählten Patriarchen Proterius, ihren Gegner,init sechs andern Geistlichen. Aeluros wurde zum Patriarchen erhoben,und schauerlich wüthctc er nun gegen die Anhänger des chalcedonischen Con-cils. Der Kaiser Leo (45774), von den meisten Bischöfen der Anhäng-lichkeit an die Beschlüsse von Chalcedon versichert, ließ jenen Wütherich, sowie auch den gleichen Fanatiker Petrus Fullo (Gerber) zu Antiochienverjagen. Leider vermehrte der Usurpator Basiliskus (47677) durch diegestattete Rückkehr derselben und Begünstigung der Gegner des Concils vonChalcedon die Verwirrung: fast 500 knechtische Bischöfe aus den Patriar-chaten Alexandrien, Antiochien und Jerusalem willigten in die Verdammungder Beschlüsse von Chalcedon ! Nach des Basiliskus Sturze that der KaiserZeno (47191 mit Unterbrechung) dieser Zerstörung des katholischenGlaubens Einhalt. Bald wurde er jedoch, besonders durch den PatriarchenAcacius von Ct., und Petrus Mo ngus, Patriarch von Alexandrien, zuder unbefugten Rolle eines Gesetzgebers inGlaubcnssachen verleitet,und versuchte durch seine Vcreinigungsformel Henotikon (482) die Par-teien zu versöhnen. Diese Formel') vermied die streitigen Ausdrücke ausund in Einer Natur", stellte das nicänische Symbol mit den Ergänzun-gen von Ct. als allgemeine Norm auf, und gedachte .dcS chalcedonischenConcils sehr zweideutig mit den Worten: wer anders denke oder gedachthabe, zu Chalcedon oder auf einer andern Synode, sei mit dem Banne be-legt. Dadurch aber wurde der Streit nur noch lebhafter. Die meistenKatholiken verwarfen daö Henotikon; die unzufriedenen Monophysiten sag-

1) Dies Hcnotikon b. Loa-»--'«« ll. g. III, 14. Einen trefft. Kommentar dazuMli'acunäus Lsrmran. lid. XII. c. 4.: Iga vorn, guas postoa 2snc> Imperator,eücata revorentin Ost, pro 8uo arbitrio ae potsMats dscrsvit, -gum aceipiat,atteinlat? In «piibns potevtas inoonsiilerata, non guocl sxpsdirst, nednibitieeret, attsndit: uso intellexit, guod non conkubio kae.iat unitatem. 0 viruinkruaentem gt undigus oircuinspsotnin, o-Moio sacer-

aakma/ Orldodoxou vocat aoe^/iakos, 8i nilril alind, ab eeolssia Zöparatos.0»r ixitur oos bortntur, nt eoniungantnr matri 8piritali, si ex ea disjuneti

Mma.llserunt ortbodoxi? Vgl. eritiva ad a. 482. u. 2325, Forasr,lleuotica Orientalia. Viteb. 723-