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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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199
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§. 86. Mctropolitanverbanv und die Provinzialspnoden. 199

Lcnlehre als der alleinigen Wahrheit vertheidigt. Am besten hat sie Ey-»rian in seinem Werke von der Einbeit der Kirche gegen die Nvvatianerentwickelt. „Wie alle Strahlen von Einer Sonne ausgehen und alle ZweigeEines Baumes von Einer Wurzel, so sind alle in der Welt zerstreuten Ge-meinden zu Einer Kirche verbunden. Wie der Strahl nur in der Sonne,der Zweig nur am Baume ist, so der wahre Christ nur in der Gemeinschaftder Kirche; wer in dieser nicht lebt, ist ein Fremder, Profaner, hat an derGemeinde Christi keinen Antheil, denn nicht mehr hat Gott zum Vater, werdie Kirche nicht zur Mutter hat; selbst der Märtyrertod eines solchen Ge-trennten hat keinen Werth."

Diese in dem Begriff „kalkol isch" liegende Idee der inncrn, wie äus-sern Kircheneinheit wurde in folgender Weise realisirt: Wie die Gläubigeneiner Stadt- oder mehrerer Landgemeinden sich an ihren Bischof anschloffen,so verbanden sich die örtlich am nächste» gelegenen Divsen zu einem größcrnVereine, an dessen Spitze gewöhnlich der Bischof der Hauptstadt der Pro-vinz, der bürgerlichen Metro p oli s I, stand, eine Benennung, welche imKen Jahrh. auch zur Bezeichnung eines kirchlichen Organismus gebrauchtwurde. Die erste Idee einer solchen Metropolitan-Verbindung im Orientebietet die Stammkirche der Judenchristen zu Jerusalem inihrer Verbindung mit de» Kirchen in Galaticn, Judäa und Samaria'I.Nach traurigem Schicksal ging ihre Metropolitanwürde unter Hadrian aufCäsarea über. Eine zweite Metropole für Juden und Heidenchristenwar Antiochien, an die sich die dritte von Alexandrien anschloß. Dievierte bildete im Abcndlande Rom, in Verbindung mit den Kirchen inMittel- und Untcritalicu, den Inseln Sardinien, Corsiea und Sicilien(snburbicar. Provinzen). Außer den drei s. g. großen Metropolen vonRom, Antiochien und Alexandrien waren in besonderem Ansehenund Selbstständigkeit die Gemeinden von Ephesus und Karthago.

Diese Verbindung verschiedener Diöcesen unter einem Metropoliten übtewohlthätigen Einfluß bei den bedeutendsten kirchlichen Angelegenheiten, zu-vörderst bei den Bischofswahlen. Regelmäßige Communication zwischenden Gemeinden durch Mittheilung kirchlicher Nachrichten, neuer Bischofs-wahlen, der Ercommunicationen, sowie die Einführung der kirchlichenEmpfehlungsschreiben slittaiae kormutae) waren die Folge '), wodurch auchdie äußere Einheit immer bestimmter hervortrat. Am einflußreichstenhiefnr wurden aber die in der Versammlung der Bischöfe einer Provinz undder sie begleitenden Priester und Diakonen bestehenden Provinzial -- Sy-noden. Sie sind aus dem lebendigen, kirchlichen Gemeingeiste und nachdem Vorbilde der Versammlung der Apostel zu Jerusalem (Apg. o. 15.)entstanden, nicht aber, wie Gieseler meint, eine Nachahmung der Amphik-

1) Diese Sitte erhob später enn. 9. zum Grundsätze:

Kvv, örä 5V //-/^ooTrö^er 77«v-

1'. I. ^1. 595.)

L) Vgl. Lu««/-. Ii. o. III, .13., wo nach d. Berichte d. Hegesippus den erstenBB. v. Jerusalem offenbar eine Metropolitangewalt bcigclegt wurde. Von Jakobusu. einem and. Anverwandten des Herrn als BB. v. Jerusalem heißt cs:

e.; VTrL /LV02S -rov vgl. Acka-oa,

concorä. saeeoäotii kt impsrü VI, 1.

3> „ntiguo opintvlar. oodosiao uonero. ülkilinl. 6l3. 4. /üe.>>'«-

i»!A, üe stnbili xrimit. ooel. opo littei ar. cominuuieatoriur. eouuubio. Ig>8. 744. 4.