§. 85. Der Cölibat der Geistlichen.
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„En welchen sie geistige Wohlthaten erwiesen, nach Analogie des Zehn-ten an die Priester und Leviten im A.B. (Levit. 27, 3» ff. Num. 18, 23 ff.Deut. 14 22 ff. 2 Chron. 31, 4 ff.) und der Lehre Christi und der ApostelMatth. 10, 10. Luk. 10, 7. 1 Kor. 9, 13. 1 Tim. 5, 17.), für ihren Un-terhalt '). Auch wurden die früheren Oblationen des Volkes in Natu-ralicn die sonntäglichen und monatlichen Beiträge theilweise hierfür benutzt,so daß anderweitige störende Beschäftigungen nicht nötbig waren, ja hier undda bereits verboten wurden ').
§. 85. Der Cölibat rer Geistlichen.
Möhler, Beleucht, derDcnkschr. für die Aufhebung des den kath.Geistl. vorge-schricbencn Cölibats in.Menst. (Bcrm. Schr. Bd.I. S. 177—267.) *D crCölibat in. d. Motto: I Kor. 7, 40. in
2 Abth. Rcgensb. 841. Vgl. Cölibat im Frcib. Kiericon. Bd. II. S.656-63. fG'nzel, Gesch. d. Kirche. Bd. l. S. 337-342. -HP ab st,Adam u. Christus. Wien 835. S. 198—216. Neue Sion 853. Nr. 21 ff.
Schon in der erwähnten Wahl der höheren Geistlichen und besonders ihrerOrdination spricht sich die hohe Idee vom Priesterthume in der alten KircheauS, noch mehr in dem Coli bäte, der eine der kühnsten, erhabensten undheiligsten Erscheinungen in der katholischen Kirche ist. Die idcelleGrund-lage desselben ist die Repräsentation oder Fortsetzung des zweiten geisti-gen Adams, in dessen Ehelosigkeit man frühzeitig das Vorbild deschristlichenPriestcrlhums erkannte und nachahmte. Konnte ja schondas Heidenthum sich das Priester- und Prophetenthum in seiner Vollendungnur in der Virginität denken. Die Hochschätzung der Vestalinnen, Si-byllen u. A. sowie die Thatsachc, daß der erste Priester der Elcusinien alssolcher keine Ehe mehr einging, und hatte er eine Gattin, die eheliche Ge-meinschaft anfgab, bekunden es. Ebenso mußten die jüdischen Priester wäh-rend des Tempeldienstes sich des Umgangs mit ihren Frauen enthalten.
Im Speciellen wurden als Gründe für den Cölibat der Kleriker vonjeher geltend gemacht a) die zur Darbringung des fortwährend zu wieder-holenden heil. Meßopfers gebührende Reinheit'), k) das unge-theilte Dasein und Wirken für Christus und seine Kirche'), da derVerheirathctc in Beiden gcthcilt sei (I Korinth. 7, 33.) und endlich c) dienöthige äußere Unabhängigkeit der Geistlichen.
1 1 l'MiüMi. (üeriei iu lumors sportuluiitium krutram tnmzuum cleeimar exkmelibus ncei)iieilten, ab altari st sncritmns mm isosstniit, soll clio ae mictscoelesttbus rsbus et spiritualilmn ssrviunt. ep. 66. )>- 246.
2, La»on. euu. 6. blpiseapus vel pi-e»bz'tsr vel äiacouus s-rsculures
eurasnon suseiiuut.: uliogui steziomitur. <Mmsi. 1.1. p 30. /Tarcittiu. 3.1. p. IO)
3) Schon das Heidcnthum forderte: .iä Oivos astsuuto easts! (Oicero cls !s-
xilms II. 8.). Bcachtcnswcrth ist auch, was 7i«»i2>rickitt« in der vita .-Ue.r, Se-ren e. 29. erzählt: usus vivomli sistsm (rllsx. Lsvero, Nie kuit: Fri»rit»r »t,ei /acu/tan SWet i. e. si »on cum im:ore maiuii-ii« Aoris iu iara-
rio siro, i» guo et äivos krimuiiss ssst optimos st slsetos st nnimas snuc-tiores, j» gusik, ei ^pnllouiuin st gunntuni oei-iptor suorum tsmporum äisit,Kristum, .-15rast»»i st Orpbsum st bujusmosti easteras Irabebat ac majoruwekügies, rem ciiniirnni i'aoiebai iIIiM»rias .^ugustas soriptorvs svx sä. Ilinairt787. Vol. I. i>. 278.,. '
4) Crcuzcr erzählt in fr. Mythologie u. Symbolik 3. A. Th. I. S. 600felgende indische Legende: „Aber der von Birmah geschaffene Brahman beklagtesich, daß er allein unter seinen Brüdern ohne Gcfährtinn sei; da gibt ihm Birmahzur Antwort, er (als Priester) solle sich nicht zerstreuen, sondern einzig der Lehre,dem Gebet u. Gottesdienste obliegen.
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