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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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§. 47. Pauli apostol. Reisen und Sendschreiben.

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aber schickten jetzt eine Gesandtschaft, Paulus und Barnabas an der Spitze,an die Apostel in Jerusalem, welche zu dem ersten Concile zusammentraten (zw. 5052) und bezüglich der Streitfrage im Namen des heil.Geistes erklärten: daß den Heiden bei der Taufe keine andere Last aufge-legt werden solle als daß sie sich der Götzenopfer, vom Blute und vom Er-stickten wie auch der Hurerei enthalten müßten (Apg. 15, 2829.).

Diese Gemeinde zu Antiochien, aus Juden- und Heidenchristen bestehend,wurde die zweite Stammkirche, und ihre Glieder erhielten zuerst stattder frühem Benennung Galiläer oder Nazarener den Namen Chri st inner(Apg. 11, 26.). Sie war aber durch das einigende Band aufopfernderLiebe in reichlicher Unterstützung mit der Mutterkirchc in Jerusalem engverbunden. Die Letztere verfolgte während dieser Vorgänge HcrodesAgrip p a I. in der Hoffnung, dadurch dem jüdischen Volke beliebt zu wer-den. Jakobus der Aeltere, Bruder des Johannes, wurde durch'sSchwert hingerichtet (44 n. Ehr.); Petrus entkam nur durch Hilfe einesEngels (Apg. 12, 119.). Nach des Hemdes verhängnißvollcm Tode(Apg. 12, 23 ff.) konnte unter der römischen, mehr toleranten RegierungPetrus nach Jerusalem zurückkehren. Er mit Jakobus d. I., welchen dieApostel zum Bischof v. Jerusalem aufgestellt hatten, sammt Johannes wer-den die S ä u l en d e r K i r ch e genannt (Gal. 2, 9.).

§. 47. Pauli apostolische Reisen und Sendschreiben.

Nach seiner wunderbaren Bekehrung begab sich Paulus zuerst nach Ara-bien, wo er unter den zahlreichen Juden ohne Zweifel für das Christenthumthätig war. Von hier ging er nach Damaskus und 3 Jahre nach seinerBekehrung kam er nach Jerusalem, vorzüglich um den Petrus zusehen, und als wahrer Verkündiger des Evangeliums anerkannt zu werden(Gal. 1, 1719. Apg. 9, 1927.) Ju Begleitung des Barnabas, einesgelehrten Leviten Joseph aus Cypern, der ihn bei Petrus und Jakobus ein-geführt hatte, machte er dann eine Missionsreise nach Syrien und Cilicien,und wirkte nicht allein für die Begründung des Christenthums zu Antio-chien höchst bedeutsam, sondern auch für die damals von HerodcsAgrippa bedrängte Gemeinde zu Jerusalem durch reichliche Sammlungen.(Apg. 11, 2230; 12, 25.).

Von nun an unternahm er mit Barnabas die erste große Missionsrcisc(45. und 46) über Selcucien nach Cppern, Pamphylien, Pisidicn und Lykavnien,die mit einem abermaligen Besuch der antiochenischen Gemeinde beendigtward (Apg. a. 13 n. 14.). Der hier ausgcbrochcne Streit über die Verpflichtungder Hcidcnchristen vcranlaßte Paulus-und Barnabas zur Reise zum Apostcl-concilc (zw. 5052) nach Jerusalem (Apg. e. 15.).

Bald daraus (5253) trat Paulus von Antiochien aus seine zweite Mis-sionsrcisc mit Silas durch Syrien, Cilicien, Lykavnien an: Barnabas hattesich von ihm getrennt, und mit seinem Anverwandten Johannes Markus zueiner Reise nach Cypern vereinigt. .In Lystra nahm Paulus noch den Timo-theus zu sich, und alle drei reisten durch Phrygicn, Galatien und Mysien. I»Troas gesellte sich noch der Arzt und spätere Evangelist Lukas bei; sie wandtensich dann nach dem europäischen Makedonien und gründeten zu Philippi,Thessalonich und Bcröa christliche Gemeinden. Am letztem Orte ließ Pau-lus den Timotheus und Silas zurück und segelte nach Athen, dem Hauptsitzedes griechischen Götzendienstes. Hier predigte er den erstaunten Griechen denEinen unbekannten Gott (Apg. 17, 22 ff.>, und wandte sich dann nach demreichen, schwelgerischen Korinth. Bei einem gläubigen Juden Aguila sand erAufnahme (von hier seine ersten apostol. Sendschreiben: die zwei Briefe and. Thcss.). Durch 1 ((jährige Wirksamkeit stiftete er hier eine der blühendsten