§. 22. Lutherische Kirchcnhistorikcr.
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werthe Beiträge zur KG. '). Dagegen hat Semler -) durch seine Hy-perkritik zwar zu einer kritischen Bearbeitung der KG. angeregt, aber diehistorischen Erscheinungen meist nach der Art seines kahlen Rationalismusverflacht und entstellt. Durch unermüdeten Fleiß und einen bessern Geist hatsich Matthias Schröckh ') in seinem reichhaltigen Werke große bleibendeVerdienste erworben, nur verleidet diebreite, platte Darstellung oft dasStudium desselben. Aber trotz seiner Bemühungen gewann die RichtungSemlers die Oberhand; es begann die Periode der modernen Ausklärung,welche das Christenthum seiner tiefsten und schönsten Eigenthümlichkeiten ent-kleidete. Die Kirchenhistorikcr dieser Richtung fanden fast nichts alsAberglauben, Fanatismus und Verschrobenheit auf dem Gebiete der KG.Diese schmachvolle Entwürdigung der KG. konnte um so weniger befremden,da die kirchengeschichtlichen Erscheinungen mit einem dem Christenthume ganzfeindseligen Geiste beurtheilt wurden, und man nicht den Maaßstab an-nah m, d en d i e Sa ch e selb st g ibt; denn, wie schon oben gesagt wurde,nur ein wahrhaft christlicher Geist kann die verschiedenen Erscheinungen desChristenthums richtig beurtheilen. In diesem.Geiste schrieb Henke"),zum Theil auch S p i ttler "), ernster schon Ehr. Schmidt''). Weit ver-ehrungswürdiger zeigte sich Planck') in Göttingen; in seinen Werken of-fenbart sich eine christliche unbefangene Gesinnung , die Darstellung aber istbreit. Mit ihm der Gesinnung nach verwandt war sein vielfach verdienst-voller College Stäudlin "). Von Planck wurde der sinnige Neander "),Pros, zu Berlin, gebildet. Derselbe gab der KG. eine neue bessere und wis-senschaftlichere Richtung und hob mit Vorliebe das bis setzt vernachläßigtekirchliche und religiöse Leben im engeren Sinne hervor; sein tiefer Geist weißdie großartigen Erscheinungen in der Kirche zu würdigen; seine milde Ge-sinnung bewährt sich bei der meist sehr unentschiedenen Feststellung und Be-urtheilung der Häresien fast in Arnold'ö Tendenz; nur gegen das obsectiveKirchenthum ist er von Vorurtheilen erfüllt und darum unversöhnlich (-j-1850).Aus seinem größeren Werke und aus mündlichen Vorträgen verfaßte G u e-
1) Hauptw. v. CH. W. Fr. Walch, Entwurf ein. vollständ. Historie d. Ketzer,Spaltungen u. Rel. Streitigkeit., Lpz. 762 ff. 1t Bde. (b. z. Bildcrstrcit). —2) Ilistorias veel. solset esxita. Il-rt. 767 8g. 3 1, Vers, ein fruchtb. Ausz. d.KG., Hal. 773 ff. 3 Thl. Vers, christl. Jahrh., Hall. 782. 2 Thle. -3t Schröckh,christl. KG. (b. z. Luther) 768-803, 35 Thle., 2. A., l-13. Th., 772-802.KG. s. d. Reformen., Lpz. 804—12, 10 Thle. (Thi 9 u. 10 v. Tzschirner.) —4) Henke, allgem. Gesch. d. christl. Kirche, Braunschw. 788 ff. 8 Bde., I.u.2.Th. in 5 Ausg. Die letzte Ausg. durchges. u. fortgcf. (Th. 7—8.) von I. S.Vater. — 5) Spittler, Grundr. d. Gesch. d. christl. Kirche. Gott. 782, 5tcA., besorgt u. fortges. v. Planck, Gott. 812. — 6) Schmidt, Hdbch. d. christl.KG., Gießen 801-20, 6 Thle. tb. 1216); fortges. im 7. Bde. v. Rcttberg,Gieß. 834. — 7) Planck, Gesch. d. christl. Gcscllschastsvcrf., Hann. 803 ff. 5Bde. Gesch. d. Entsteh, u. Veränderung des Protest. Lehrbcgriffs bis zur Concor-dicnformel, Lpz. 791—800, 6 Bde.
8) Stäudlin, Univcrsalgesch. d. christl. Kirche, Hann. 806, 5. Ausg. vonHolzhauscn 833.
9) Ne and er. Nach den Monographien über Kaiser Julian, die gno-sti sch cnS p stcme, Tcrtullian, den hl.B ernhard u. den hl. Chrpsosto-mus begann er: Allgem. Gesch. d. christl. Rel. und Kirche, Hamb. «25—52. 6Bde. <bis 1294 vollst. u. fragmentarisch nach s. Tode b. 1517), in einer bessernund einer wohlfeil. A. Von Bd. 1—4 die 2tc A. Hagcnbach, Neand. Ver-dienste um dicKG. (Sind. u.Krit. 851. H.3.) Krabbe, A. Neand. Hamb. 852.
Alzog's Kirchengeschichte. 7. Auflage. Z