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endlich das Verständniß der gegenwärtigen Zeit dem Theologen insbesonderezur Erfassung seiner Stellung und seiner Einwirkung auf die Zeit uner-läßlich erscheint*).
Je bestimmter die Erfahrung gelehrt hat, daß die größten katholischenTheologenwie sängst noch Möhler, durch das Studium der Kirchenge-schichte und Patristik ihrer theologischen Bildung eine sichere, feste Grundlagegaben und selbige einer glücklichen Entwickelung entgegen führten, desto mehrwünsche ich von ganzem Herzen, das Studium der Kirchengcschichte möchteauch auf alle junge Theologen jenen segensvollen und befruchtenden Einflußauöüben, zumal in einer Zeit schroffer Gegensätze, wie die jetzige ist. Nichtskann hier überzeugender und einleuchtender zur richtigen Mitte hinführcn, alsdie vielgestaltigen Erscheinungen und Kämpfe mit ihren Resultaten in dergroßen Kette von Entwickelungen in der Kirchcngeschichte, dieser Leuchte derWahrheit und Lehrerin des Lebens!
Posen, im November 1840.
Ans der Vorrede rur Weilen und dritten Ausgabe.
Der mehrfache Gebrauch des Buches an akademischen Lehranstalten hates mir zur besonder« Pflicht gemacht, über die hiefür am meisten entsprechendeForm ernstlich nachzudcnken. Ich bin hiebei zu der Neberzeugung gekommen,daß die schon früher angebrachten Qucllcnauszügc bei wichtigen, zweisel-'hasten oder bestrittenen Daten noch zahlreicher und umfassender für das w is-sensch aftliche Studium der KG. sein müssen, damit einige zu weiteremQuellenstudium angeleitet werden, andere aber, die sich nie oder wenig damitwährend des Studiums der gcsammtcn theol. Disciplincn beschäftigen können,und später meist noch weniger Gelegenheit dazu haben, die Kirche und ihregroßen Lehrer und Schriftsteller selbst redend kennen lernen. Außerdem mußtemich der Umstand, daß die ch r i stl i ch e L i t t er ärg c sch i ch te an den meistenkathol. theol. Lehranstalten Deutschlands nur von der altern Zeit vorgctragenwird, dazu bestimmen, diesem Zweige des christlichen Lebens in dem s. g.Mittelalter und der neuern Zeit eine besondere Aufmerksamkeit und eine soweite Ausführung zu widmen, als cs nur irgend der Organismus einer Uni-versalkirchengeschichte gestattet. Um das weitere Studium sowohl in denQuellen als auch in den Bearbeitungen möglichst zu erleichtern, habe ich diegrößtmögliche Sorgfalt und Genauigkeit bei Angabe beider angewandt. DieConcilienacten wurden meist doppelt nach den am meisten verbreitetenSammlungen von Harduin und Mansi citirt, im Falle mancheAnstalten nur die eine besitzen sollten; die Kirchenväter und Kirchen-schriststeller geringeren Umfangs wurden nach K-illnnäü tnliliotliecsund der maxima dibl. Qigssunensis u. A., die von größerem Umfange inden besten oder bessern Ausgaben nicht allein nach Capiteln und Nummern,sondern theilweisc auch nach den Paginas angegeben. In Ansehung derLitteratur wurde besonders darum eine größere Vollständigkeit erstrebt, weilder Studirende das eine oder das andere Werk oft nicht leicht erreichen kann;doch wurden die ausgezeichneteren Bearbeitungen durch * und die der Katho-liken durch st bemerklich gemacht.
*) Glaubte ja schon Eusebius, der Vater der KG., die Begebenheiten seinerZeit sorgfältiger darstcllcn zu müssen, vgl. die Vorrede z. VIII. Buche sr. KG.