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9 (1830) R bis Schu
Entstehung
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606 Schuster Schütter-Quäker

nem Zwölfpfünder auf 4000 Schritte treiben, und eine Flintcnkugel 1500 Schr.Dagegen lehrt die Erfahrung, daß von 100 Flintenkugeln auf 300 Schr. höchstens1, auf 100 Schr. etwa 40, von 100 zwölfpf. Kugeln auf 1500 Schr. 22 treffen,und auf 400 Schr. keine fehlen sollte. Von 100 sechspf. Kugeln treffen auf 400Schr. etwa 8090. Von 100 Haubitzgranaten sind auf 1500 Schr. etwa 20und auf 900 Schr. 36 von vorher bestimmbarer Wirkung. Die wirksamste Kar-tatschenschußweite ist beim Zwölfpf. gegen 600 Schr. Mit dem Pistol ist das Tref-fen über 20 Schr. in der Regel Zufall. (Vgl des MajorS Decker Schriften.) Diehier aufgenommcncn Angaben können begreiflich nur ganz im Allgemeinen gelten.In jedem Heere bestehen für alle Arten von Geschossen besondere Porteetabellen;sie weichen im Grunde wenig von einander ab. Sie ergeben sich aus angestelltcnVersuchen und Probeschüssen, sowie jeder einzelne Schütze sein Gewehr anzuschic-ßen pflegt, um nach und nach und für alle Umstande mit der rechten Schußweitedesselben vertraut zu werden. 5.

S ch u st e r (Joseph), ein ehemals sehr beliebter Componist, wurde zu Dres-den 1748 geb. Schon frühzeitig für Musik bestimmt, trat er in Gesellschaft desberühmten Naumann 1765 eine Reise nach Italien än, studirte zu Neapel bei Peraden Eontrapunkt und erwarb sich schon damals, unterstützt durch Naumann's An-weisungen, mit verschiedenen Opern Beifall auf den ital. Theatern, wicwol dieItaliener behaupteten, er sei im Kirchenstyle trefflicher. Nach s. Zurückkunft warder (1772) kurfürstl. Kirchen- und Kammercompositeur. Auf mehren Reisen nachItalien ärntete er ansehnliche Belohnungen und den größten Beifall ein und wardendlich 1787 zum wirkl. kurfürstl. sächs. Capellmeister ernannt. Durch s. gefälligenund muntern Operncompositionen und durch s.Lob der Musik" allen Liebhabernder Musik sattsam bekannt, hat er den Ruf eines der beliebtesten Tonsetzer s. Zeiterlangt. Er starb 1812.

Schütter-Quäker oder Shakers heißen die Glieder einer religiösenSekte, die mit den Quäkern in Rücksicht der Verwerfung des geistlichen und obrig-keitlichen Standes, der Kriegsdienste, des Eidschwurs, der Höflichkeitsbezeigungen,des Luxus und des äußern Gebrauchs der Sacramcnte, sowie in der Meinung, daßder heil. Geist Allen ohne Unterschied s. Offenbarungen mittheile, übereinstimmt,sonst aber auf keine Weise mit ihnen zusammcnhangt. Ihre Sliftcrin war bie Con-cubine eines engl. Ossicicrs, Anna Leese, die 1774 nach Nordamerika kam und siebunter dem Vorgeben, sie sei das auserwählte Weib, von dem in der OffcnbaJohannis, Eap. 12, die Rede ist, Anhänger zu verschaffen wußte, die ihr eine ^heimnißvolle Gemeinschaft mit Gott und untrügliche prophetische Kraft zuschriebenund allen himmlischen Segen durch ihre Vermittelung erwarteten. Die erste Nie-derlassung ihrer Gemeinde entstand zu Nisquenia unweit Albany in Neuyork; 2andre Colonien haben sich seitdem in derselben Landschaft gebildet und bestehennoch jetzt, obgleich Anna Leese schon 1784 starb und erst John Whitacker, nach des-sen Tode (1787) aber Joseph Meacham (der 1801 noch lebte) als Propheten undOberhäupter der Sekte zu Nachfolgern hatte. Ihr Name Shakers, Schütterer,rührt von den schnellen Schwenkungen im Kreise und tanzartigen Sprüngen her,welche den Hauptact ihres Gottesdienstes ausmachcn und kunstmäßig eingeübt wer-den. Ihr Gottesdienst beginnt mit schweigendem Harren, dem sich abwechselndkurze Gesänge, lautes Seufzen, Stöhnen und Murmeln, in das die ganze Ver-sammlung einstimmt, und jene wunderlichen, oft sehr heftigen und angreifenden,aber jederzeit genau nach Regeln und Takt abgemessenen körperlichen Bewegungen,an denen beide Geschlechter Thcil nehmen, bisweilen auch Ermahnungsreden undGebete der Ältesten anschließen. Jede Gemeinde wird von einem Ältesten regiert,der als Stellvertreter des Oberhauptes in Sachen der Zuckt und Polizei blinden Ge-horsam federn darf. Die Glieder theilen sich nach der Verschiedenheit des Alters