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Schütz (Christian Gottfried)
und religiösen Ansehens in Elasten ab, von denen die höher» Beichtiger und Füh-rer der nieder» sind. Jedes Mitglied hat eine berathcnde Stimme in Sachen deSGlaubens. Als Regel desselben achten sie das Neue Testament, verwerfen aber (ob-gleich Christus von ihnen als Versöhner der Menschen mit Gott geehrt wird) dieDceieinigkeitslehre, die Gnadenwahl, die Ewigkeit der Höllenstrafen und die Ehe.Darum findet bei ihnen weder ein Familienleben noch eine Fortpflanzung statt. DieFrauenzimmer wohnen in abgesonderten Hausern beisammen wie die Mannsperso-nen ; jede Geschlechtsverbindung wird hart bestraft. Die Sekte vermehrt sich nurdurch Aufnahme neuer Mitglieder, die, wenn sie verheirathet sind, ihrer Ehe gänzlichentsagen müssen. Auf diese Art soll durch Unterdrückung alles Fleischlichen dieSünde Adams abgethan werden. Ihre Zeit bringen sie mit Feld - und Gartenbauund künstlichen Handarbeiten zu, deren Ertrag der Gemeinde gehört, da KeinerPrivateigentum haben darf, sondern alle ihre Güter gemeinschaftlich sind, unterVerwaltung des Ältesten stehen und so weit als näthig zur Befriedigung der körper-lichen Bedürfnisse Aller angewendet werden. Eine einfache, durchaus gleiche Trachtund eine gänzliche Abschließung vom Weltverkehr erhöht diesen durch ihre Zucht be-absichtigten Gemeingeist. Ihre Beobachter rühmen die Reinheit ihrer Sitten, ihreGeschicklichkeit und Arbeitsamkeit. Noch haben sie sich genauer» Nachforschungenzu sehr entzogen, als daß über die religiöse Bedeutung ihres Gottesdienstes, beiwelchem jene Tänze Ausbrüche der Freude über die besiegte Sünde sein sollen, voll-ständige Erklärungen gegeben werden könnten. Ihre Anzahl beläuft sich kaum auf1000 Seelen und soll jetzt im Abnehmen sein. L.
Schütz (Christian Gottfried), einer unserer verdientesten Gelehrten undausgezeichnetsten Philologen, ward am 20. Mai 1747 zu Dcderstadt im Mans-feldischen gcb. Seine Schulbildung erhielt er auf der lat. Schule zu Halle, studirtedaselbst, wo er namentlich mit Semler in ein engeres Verhältniß trat, und ward1768 Magister mit dem Plane, bei der Universität zu bleiben. Doch folgte er indems. Jahre dem Rufe als Lehrer der Mathematik an die Ritterakademie zu Bran-denburg, von wo er 1769 nach Halle als Inspektor des theologischen Seminar--zurückberufen ward und Vorlesungen hielt. 1776 ward er ordentl. Prof., gingaber 1779 als Prof, der Poesie und Bcredtsamkeit nach Jena, wo ihm 1789vom Herzoge von Weimar der Hofrathscharakter crtheilt ward. Hier, wo er sichzahlreiche Zuhörer verschaffte und besonders über Literaturgeschichte mit einem bisdahin unerhörten Beifalle las, gründete er mit Wieland, der sich aber bald lossagte,und Bertuch 1785 die „Allgemeine Litcrüturzeitung". 1804 erhielt er unter höchstvortheilhaften Bedingungen von Seiten der bairischen Regierung einen Ruf nachWüczburg und zugleich einen nach Halle. S. entschied sich für den letzter» und kamso wieder als Prof, der Literaturgeschichte und Beredtsamkeit, nebst seinem Sohne,der eine Professur erhielt, und dem Prof. Ersch nach Halle, wo er mit Ersch die„Litcratuczeitung" sortsetzte, während Eichstädt in Jena ein neues Institut grün-dete. Seit Wolfs Abgänge (1807) erhielt S. auch die Direktion des philol. Se-minars, ward Mitglied der bairischen Akademie der Wissenschaften und 1818 beider Feier seines Magisterjubiläums, das durch die allgemein ausgesprochene Theil-nahme zu einem der schönsten akademischen Feste ward, Ritter des rothen Adler-ordens. S. gehört zu den Philologen, die ganz besonders einer geschmackvollemBehandlung der Philologie vorgearbeitet haben, und der Eifer und die Liebe zu die-sem Studium ging zum großen Theil aus s. Vorlesungen und Schriften hervor,durch die sich Männer wie Jacobs, Creuzer u. A. bildeten. Unter s. Ausgaben alterSchriftsteller bemerken wir vor allen s. Bearbeitungen Ciceronianischer Schriften,zuerst einzeln, dann aber in der Ausgabe sämmtl. Wecke (seit 1814). Außerdemhat er den Äschylus (neueste Ausg. 1809—2t, 5 Bde.) und den Aristophanes seit1821 bearbeitet, Hogeveen's Werk „ve xsitivulis ßravois" (1806) herausgeg,