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Schulen seit 1818
lehrer aber gar nicht. In einigen größer» Stadien bestehen seit 1820 Lancastec-schulen für Soldatenkinder und Arme. Die ausgezeichnete Bildung des schwedi-schen Bauerstandcs, der häufig seine Kinder selbst unterrichtet, und die vortrefflichekirchliche Sittenzucht gleichen die Mangel der schwedischen Volksschulen einigerma-ßen aus. Dänemark hofft jetzt das Heil der seim'gen, nicht ohne Verkennungdes Guten, was sie zum Theil schon bisher leisteten, von der Einführung des wech-selseitigen Unterrichts nach Lancaster, die 1819 von dem Adjutanten Abrahamsonzuerst in Soldatenschulen versucht, durch Verbesserung dieser Methode 1822 ver-breitet und darauf vom Könige für alle Volksschulen, deren 2000 sie bis jetzt an-nahmen, empfohlen worden ist. Vom englischen Schulwesen ist nichts NeueSanzuführen; es steht immer noch, besonders in Hinsicht des Elementarunterrichts,weit hinter dem schottischen zurück. Das an sich lobenswerthe Schulwesen derNiederlande gewann noch bessere Ordnung, da seit Juni 1825 ein Gesetz be-steht, das die Errichtung von Schulen und Privatanstalken von der Staatsrcgic-rung abhängig macht. JnFrankreich arbeitet die mächtige, vom Ministeriumdes Innern unterstützte, aristokratisch-ultramontane Partei darauf hin, den Schu-len die Einseitigkeit und Geistesbeschränkung wieder einzuimpfen, in der sie der Ein-fluß des kalh. Klerus vor der Revolution erhielt. Sie hat die von der constitu-tionnellen Partei mit Erfolg begonnene Ausbreitung der Lancasterschulen zu hem-men gewußt und begünstigt die Brüder der christlichen Lehre und die Jesuiten, de-ren Eollegien nicht nur selbst Erziehungshäuser wurden, sondern auch auf andreEinfluß gewinne». Aber auch abgesehen von diesem Beginnen geben die fcanz.Schulen, mit Ausnahme der Mathematik und der Naturwissenschaften, weniggründliche Bildung; geschickte Lehrer findet man nur in den großen Städten, diekleinen haben meist elende Trivialschulen, und das Landvolk wächst noch großen-theils ohne Schulunterricht auf. Das Lateinlcrnen in den OollvAes des ganzenReichs wird mit 15 Fr. für den Kopf versteuert, welche nebst andern hohen Abga-ben, auch von den Lehrern selbst, der Universität zu Paris, d. i. dem GeneralstabedeS franz. Unlerrichtswesens, zufließen. Hierdurch erklärt sich die anderwärts, wodas Schulwesen nur Kosten verursacht, unerhörte Thatsache, daß nach dem Budgetfür 1826 die Schulen und Akademien Frankreichs 2,526,911 Fr. 63 Centimeseinbrachten, 2,213,200Fr. kosteten, folglich 313,710Fr. reinen Gewinn gaben.Seit Kurzem hat Jacotot durch seine auf die zugleich formale und reale, gleichmäßigfortschreitende Entwickelung des geistigen Vermögens gegründete Methode viel Auf-sehen erregt. S. Benj. Laroche: „1,'enseiznement universal cke U. laeotot"(Paris 1829) und Jacotot's Schrift: „1>anAue mstsrnvlle". In den sardi-ni sehen Staaten, wo das ohnehin schlechtbestellte Unterrichtswesen den Je-suiten wieder anvertraut wurde, ist Lesen- und Schreibenlernen Denen, die nichtüber 1500 Lr. Capital, und das Studium der Wissenschaften Denen, die nichtüber 1500 Lr. Renten haben, durch ein königl. Edict verboten. Das schwei-zerische protestantische Schulwesen ist im Fortschreiten zum Bessern; das ka-tholische durch die freiburger Jesuiten und ultramontanischc Umtriebe gehemmt.Das italienische Schulwesen stagnirt unter ähnlichen Einflüssen. Neapelhat noch nicht dazu kommen können, ihm eine besondere Aufmerksamkeit zu wid-men; im Kirchenstaate, Modena und Lucca beherrschen es die Jesuiten; im Tos-canischen, wo zu Florenz 1821 Lancasterschule» durch einen Privatverein errichtetwurden, steht es auf ziemlich gleichem Fuße mit dem Unterrichtswesen im östreich.Italien, das wenigstens regelmäßig geordnet und gegen jesuitische Einwirkungengesichert, wenn auch nicht weiter im Fortschreitcn ist als das ungarische. Spa-nien steht auch in dieser Hinsicht unter allen europ. Staaten am tiefsten. DieThatigkeit der Universitäten und vieler Schulen wurde durch die Revolution undnoch mehr durch die Restauration seit 1823 unterbrochen. Wo noch unterrich-