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Schulen in Deutschland bis 1818
den auch Würtembcrg, Baden und Hessen-Darmstadt, so viel die unruhige Zeit er- !laubte, für das Wohl der niedcrn Schulen gelhan. — Hanover und Braunschweig !verbesserten schon in den siebziger und achtziger Jahren des 18. Jahrh. die Gym- !
nassen und legten Seminarien für Landschullehrer an; in neuern Zeiten scheint I
man dort etwas langsamer vorwärts zu gehen, was die unglückliche Periode der ^sranz. Herrschaft wol erklärt. — Sachsen hatte die von den Reformatoren vor-gezeichnete Bahn sichern Schritts verfolgt, und fand immer, im Einzelnen ver-bessernd und auf das Vorhandene bauend, bei den neuesten Regungen für die Sache i
der Schulen weniger nachzuholen als seine Nachbarn. Der Ruhm seiner Fürsten- j
schulen hat sich behauptet, die Sorge für gute Lehrerseminarien, die neuen Bür-gerschulen und die 1805 erlassene Schulordnung beweisen, daß auch hier das bessereNeue verständig angewcndct wird. — Obwol schon seit der Mitte des 18. Jahrh.von Berlin und Halle aus manche Schulverbesserung im Einzelnen bewirkt unddurch das 1787 zu Berlin errichtete Obcrschulcollegium für eine zeitgemäße Ein-richtung der Gelehrtcnschulen befriedigend gesorgt worden war, bedurfte Preußendoch im Ganzen sehr jener Anregung, die das Volksschulwesen dieser Monarchiedurch den edlen Willen des Königs seit 1808 erhielt. Die damals entworfenenPlane reifen der Ausführung immer mehr entgegen, und da die Verwaltung derSchulangelegenheiten neuerdings auf eine verständige Weise in den Organismusder Provinzialregierungen ausgenommen worden, an guten Anstalten zur Bildungder Lehrer kein Mangel (eine neue ist das Schullehrerseminarium in Wittenberg) ^und auch die Geistlichkeit für die Sache der Schulen in lebhafte Theilnahme gezo-gen ist, dürfte es wol, wenn die That dem Worte entspricht, hier in wenigen Jahr- izehenden zu einer wahren deutschen Nationalbildung durch den öffentlichen Unter-richt kommen. — Glücklicherweise werden die Mißgriffe, welche zufolge jenes hef-tigen Dringens auf Einführung der Realien durch eine zerstreuende Vervielfälti-gung der Lehrgegenstände in höher,, und nieder» Schulen und durch ein übereiltes,kitlcs Hinaufschrauben einzelner Schulen über ihren verhältnißmäßigen Stand-punkt nicht bloß in den preuß. Ländern begangen und an dem bairischen Schulplaneso sehr getadelt wurden, jetzt von der Mehrzahl der deutschen Schulmänner erkanntund immer sorgfältiger vermieden. Man halt es nicht mehr für nothwendig , daßauf den Gymnasien die historischen und pbilosophischen Wissenschaften in ihremganzen Umfange gelehrt, in den nieder» Bürger- und Landschulen aber die weit-schichtigen Stoffe der Naturgeschichte und Technologie oder gar der Gewerb - und ^Landbaukunde in besonder« Lehrstunden abgehandelt werden. Dagegen ist das Le-ben der Schulen jeder Gattung in Deutschland heiterer und menschlicher, die Zuchtweiser und väterlicher, das Local lichter und freundlicher und der die Lehrer beseelendeGeist gediegener und religiöser geworden. Der deutsche Schulmann fühlt die Größeseiner Pflichten und die Würde seines Standes, welche von den übrigen Ständenimmer mehr anerkannt wird, und auch die Regierungen gestehen ein, wie viel fürdie Wohlfahrt und sittliche Kraft der Völker auf die Beschaffenheit ihrer Schulenankommt. Selbst die Juden nehmen Theil an den Wirkungen dieser Denkart, in-dem sie seit 40 Jahren viele verbesserte und ganz neue Elementarschulen für ihreGemeinden erhalten oder selbst gestiftet haben. (S. Ruhkopf's „Gesch. des Schul-end Erziehungswesens in Deutschland".) — Außer Europa gibt es nur in denBereinigten Staaten von Nordamerika ein einigermaßen geordnetes Schul-wesen, dessen Erfolg jedoch für die Gelehrsamkeit bis jetzt unbedeutend und meistauf die Verbesserung des bürgerlichen Lebens beschränkt gewesen ist. Über den trau-rigen Zustand der Volksschulen, besonders unter den Deutschen in Pcnnsylvauien,lese m. I. H. Gudchus (Schullehrerzu Hohen-Assel bei Braunschweig) „MeineAus-wanderung nach Amerika im 1.1822 und meine Rückkehr im 1.1825" (2 B., Hil-Lesh. 1829). In den aufcurop.Nicderlassungen bestehendenSchulen für d-Evlonisten-