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Schulen in Deutschland
sie» in den meisten Gouvernementsstädten, die Bezirksschulen in einigen Mittel-städten, die Kirchspielschulen aber noch auf sehr wenigen Dörfern , und das Meisteund Beste dieser neuen Schöpfung soll erst werden. Etwas früher gab es schon inden deutschen Provinzen gute Gymnasien und einige Bürger- und Landschulen,doch sind die letztem noch in sehr unvollkommenem Zustande. Für die Bildung derl kath. Jugend haben die von der Kaiserin Katharina H. in Weißrußland aufgenom-menen Jesuiten auf ihre Weise gesorgt. — Polen, wo sonst nur der Adel durch> Ordensgeistlichc (Lazaristen, Piaristen, ehedem auch Jesuiten) erzogen wurde,
! hatte vor seiner letzten Theilung einige gegen Ende des 18. Jahrh. gestiftete Gym-nasien, Bürger- und Landschulen, die es besonders der Periode des preuß, Einflussesverdankte doch lange noch keine vollständige Schulverfassung. Was die Plane desunter der Herzog!, warschauischen Regierung niedergesetzten Erziehungsrathcs fürden Elemcntarunterrichtbeider Geschlechter in allen Kirchspielenbeabsichtigten, istjetztnoch ins. Entwickelung begriffen.— Dänemark, aus dem literar. Nahrung in dielat. Schulender sehr lernbegierigen Isländer kommt, Holland, hinter dem die kath.Niederlande in der Sorge für den öffentlichen Unterricht weitzurückstehen, und dieSchweiz halten mitdem pädagogischen Streben des Protestant. Deutschlands ziem-lich gleichen Schritt. Die letztere könnte nach Pestalozzi's Anregung für die Volksschu-len noch mehr gethan haben; doch findet man in einigen CantoncnScminarienfürSchullehrer, die Dänemark schon seit 40 Jahren hat. Eine weise Auswahl des Zweck-mäßigsten aus dem großen Vorrakhe neuer pädagogischer Ideen ist die von der däni-schen Regierung für die deutschen Provinzen 1814 erlassene Schulordnung. Durch^ treffliche Anstalten zur philologischen Bildung zeichnete sich Holland schon langeaus, und die 1784 vereinigte Privatgesellschaft für das Gemeinwohl hat den Volks-schulen eine musterhafte Einrichtung gegeben, die fortwährend besteht.
Doch nirgends wurde mehr über das Schulwesen verhandelt und auch imGroßen und Kleinen dafür gethan als in Deutschland. Welche neue Gat-tungen von Schulen hier entstanden, haben wir schon oben erwähnt, und ver-weisen in Rücksicht der Bildung des Landvolks aufd. A. Landschulcn. DasMeiste bei diesen Verbesserungen halten deutsche Fürsten und Obrigkeiten gelegent-lich und nach und nach veranstaltet, eine allgemeine, durchgreifende Einrichtungdes Schulwesens als National- und Regierungsangelegenheit aber im 18. Jahrh.noch nicht unternommen. — Baiern war der erste größere Staat, der hierin ein, Aufsehen erregendes Beispiel gab, da nach den seit 1806 ins Werk gesetzten königl.Verordnungen das Erziehungs- und Unterrichtswesen in diesem Reiche ein wohlge-gliedertes zusammenwirkendes Ganzes wurde. Eine besondere Section im Mini-sterium des Innern ist die Oberbehörde des bairischen Schulwesens, das alle dieobengenannten Gattungen von Schulen in sich faßt, bei den General-Ärciscom-missarialen durch die Kreisschulräthe vertreten und, was die nieder» Volksschulenbetrifft, durch die Decane und (Districtsinspectoren beaufsichtigt und geleitet wird.Für die bessere Bildung und Besoldung der Lehrer ist dabei auf zweckmäßige Weisegesorgt, und die anfangs nach franz. Muster verfügte Vereinigung aller den Uni-versitäten und Schulen gewidmeten Fonds zur obersten Behörde in München, alsein den Geschäftsgang erschwerender und die Verwaltungskosten vermehrenderMißgriff, 1816 durch Zurückgabe der Verwaltung dieser Fonds an die Ortsbchöc-dcn theilweise wieder aufgehoben worden. Verschweigen läßt sich dabei nicht, daßdie bairischen Schulvcrbesserungsplane noch keineswegs so viel genützt und Gutesbewirkt haben, als bei einer mehr darauf vorbereiteten Nation und bei einem weni-ger gewaltsamen Verfahren möglich gewesen wäre. — Die kleinern Staaten desProtestant. Deutschlands sind den größcrn in der Verbesserung des Schulwesensvorausgeeilt. Musterhaft ist es im Nassauischen, im Lippe-Detmoldischen, imAnhalt-Dessauischen und in den sächsischen Herzogthümern eingerichtet; doch ha,