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9 (1830) R bis Schu
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Schulen

den Geistlichen ausgehend, kam er allmälig ganz in ihre Hand und unter ihreAuf-sicht. Wo es Christen gab, errichteten sie Schulen für Katechumenen in Städtenund in kleinern Flecken, und zur Bildung der Geistlichen in einigen Hauptstädtenauch Katechetenschulen, von denen im 2. bis zum 4. Jahrh. die zu Alexandria dieblühendste war. Seit dem 5. Jahrh. scheinen jedoch diese hohem Lehranstalten er-loschen und an ihre Stelle die Episkopal- oder Kathedralschulen gekommen zu sein,worin die für den geistlichen Stand bestimmten Jünglinge neben der Theologie diesogen. 7 freien Künste lernten, nämlich Grammatik, Dialektik, Rhetorik (Tri-vium), Arithmetik, Geometrie, Astronomie und Musik (Quadrivium), Wieste, der Afrikaner Marcianus Capella 470 zu Rom dürftig genug in seiner „Encyklopä-die" behandelt hatte, welche bei 1000 I. lang das herrschende Schulbuch in Europablieb. Die Kaiscrschulen verloren sich, da in der Zeit der Völkerwanderung die Be-soldungen ausblieben, thcils in die Kathedralschulen, theils in die städtischen Pa-rochialschulcn für Knaben und Jünglinge aus allen Ständen, worin auf Lesen undSchreiben der nun beliebte encyklopädische Eursus des Trivium folgte, daher siespäterhin den Namen Trivialschulen erhielten. — Bedeutender als diese Anstaltenwurden seit dem 6. Jahrh. die Klosterschulen, die anfangs bloß Pflanzstätten fürdas Mönchsleben waren, bald aber auch als Bildungsanstalten für die Laien be-nutzt wurden. Die Benedictinerklöster in Irland, England, Frankreich undDeutschland glänzten von dem 6. bis k» das 11. Jahrh. als die Hauptsitze der neuerneuropäischen Bildung. Die Zucht war hart und mönchisch, der Unterricht abermeist besser als in andern Lehranstalten, theils wegen des öfter» Zusammenflusses1 vorzüglicher Köpfe, die sich dem Mönchsleben zuwendeten, theils wegen der bes-sern Gelegenheit, bei dem beständigen Verkehr der Klöster unter einander und derVereinigung schreibseliger Geistlichen in ihnen, zum Besitze ansehnlicher Biblio-theken zu gelangen. Einzelne lehrhafte Priester und Mönche zogen weil her Schü-ler an sich. Vor andern berühmt waren die Klosterschulen zu Armag und Cloghar,zu Eanterbury, Pork und Westminster, zu Tours, Rheims, Elermont, Paris,zu Salzburg, St.-Emmeran in Regensburg, Hersfeld, Korvey, Fulda, woRabanus Maurus, der größte deutsche Schulmann des 9. Jahrh., lehrte, Hir-schau und St.-Blasten auf dem Schwarzwald rc., aus denen die Gelehrten jenerJahrhunderte hervorgingen. Sie gaben der scholastischen Philosophie (Schola-stik! hießen die Lehrer an den Klostcrschulen) Gestalt und Namen und wetteifertenmit den bischöfl. Kathedralschulen, doch immer mehr zum Voclheil des Priester-, thums als der allgemeinen Nationalbildung. Diese halte Karl d. Gr. bei der Ver-^ ordnung im Auge, die er 789 zur Verbesserung des Schulwesens für die Völkerseines weiten Reichs ausgehen ließ. Nicht nur jeder Bischofssitz und jedes Klo-

> ster, sondern auch jedes Kirchspiel in Städten und auf dem Land« sollte eine eigne! Schule haben, jene zur Bildung der Geistlichen und Staatsbeamten, diese für die! nieder» Stände. (Vgl. Landschulen.) An seinem Hofe errichtete Karl eine

Akademie ausgezeichneter Gelehrten, von denen er selbst lernte und in der damit

> verbundenen Hofschule (8diola kalstii) seinen Prinzen und andern fähigen Kna-ben adeligen und unadeligen Standes Unterricht crtheilen ließ. Diesen beiden mitseinem Hoflager herumwandernden Schulen setzte er seinen gelehrten Freund A l-cuin (s. d.) als Rector vor. Auch die Damen seines Hofes nahmen an dem Un-terrichte Theil, wie denn mehre Frauenklöster in der Sorge für die Bildung ihres

« Geschlechts hinter den Mönchsklöstern nicht zurückblieben, und die Fräulein Lateinlernten, wie jetzt Französisch. Karl führte selbst die Oberaufsicht über die Schu-len seines Reichs, ließ sich Berichte einsenden, stellte Untersuchungen und Prüfun-gen an und hielt den Schülern seiner Hofschule in eigner Person Ermahnungsre-den. — Da die Geistlichkeit an den Kathedral- und Domkirchen sich im 9. Jahrh.

! zum kanonischen Leben vereinigt und hierdurch Stifter gegründet hatte, entstanden

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