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9 (1830) R bis Schu
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' Sachsen. II. Neuere Geschichte

Veränderung der landständischen Verfassung noch eine Annahme der franz. Gesetz-bücher, sondern nur die Gleichstellung der Katholiken, spater auch der Reformirten,mit den Lutheranern, und die Erhebung der gesummten kurfürstl. Lande zu einemKönigreiche (nach der Proclamation vom 20. Dcc. 1806) bewirkt. — Der Kriegvon 1809, wo am Tage von Wagram auch sächsisches Blut floß, vergrößerte dasHeczogthum Warschau durch Westgalizien und Krakau, Sachsen selbst aber ge-wann dadurch bloß einige in die Lausitz eingeschlossene böhmische Ortschaften, diejedoch nicht förmlich in Besitz genommen wurden, sondern bis in die neuesten Zei- ;ten gewissermaßen herrenlos blieben. 1812 floß von Neuem sächs. Blut im Kampfegegen Rußland. Als aber der Brand von Moskau den Zauber von Napoleons iWeltherrschaft löste; die Sachsen, die bei Kobryn, bei Slonim, und noch am 15.Febr. 1813 bei Kalisch bedeutend verloren hatten, in ihr Vaterland zurückkehrte»und sich auf des Königs Befehl von den Franzosen trennten; Preußen an Rußlandzum Kampfe gegen Frankreich, nachdem alle preuß. Provinzen von den Franzosengeräumt waren, sich anschloß, und der Vicekönig von Italien mit dem Reste deSfranz. Heeres Sachsen bis zum 20. März 1813 behauptete: da verließ auch der tKönig von Sachsen am 23. Fcbr. seine Hauptstadt, wo Davoust am 19. März dieElbbrücke sprengte, und ging zuerst nach Plauen, von da nach Regensburg und zu-letzt nach Prag, weil er sich für die Fortsetzung dieses Kriegs den Maßregeln Ost-reichs anschlicssen wollte. Deshalb war zwischen dem sächs. Gesandten in Wienund dem östr. Ministerium eine Übereinkunft unterzeichnet worden, in welcher derKönig die Verbindlichkeit übernahm, „mit allen ihm zu Gebote stehenden Kräftenzu den von dem östr. Hose zur Herstellung des Friedens zu ergreifenden Maßregeln tmitzuwirken", und in diesem Falle sich selbst zu der Abtretung des HerzogthumsWarschau im voraus anheischig machte. („Acten- und thatmäßige Widerlegungeiniger der gröbsten Unwahrheiten rc.", Deutschland 1815; auch in Lüdcr's „Di-plomat. Archiv", Th. 3, Abth. 2, und des »erst. Eonfcrcnzmin. Gr. v. Hohenthal,,Apologie ,Io jsreilörio Auguste", 1814.) Gleichzeitig waren auch von Ruß-land und Preußen Unterhandlungen mit dem Könige eröffnet worden, deren Er-gebnisse aber von dem Ausgange s. Unterhandlungen zu Wien abhängen mußten.

Der Befehl des Königs an den General Thielemann lautete jedoch dahin, „daß dieFestung Torgau keinerlei fremden Truppen, ohne Unterschied und Ausnahme, ohneausdrücklichen Befehl des Königs geöffnet werden sollte". (Ebendas., S. 74 fg.)

Als nun die Schlacht von Lützen (2. Mai 1813) von Napoleon gegen die Verbün-deten gewonnen, und Leipzig und allmälig alles Land bis an die Elbe von den Fran-zosen besetzt worden war; als der König ein Schreiben des Herzogs von Weimar ^erhielt, in welchem dieser, auf ausdrückliches Verlangen Napoleons, dem Königedie Erklärung deS Kaisers in Beziehung auf Sachsen meldete („Io vvux gue leUcii so ckeolare, je suursi rrlors oo guo j'sursi ä tiriro; mais s'il ost oootre»>»>', il periirn tout vo gu'il a", ebend., S. 77 fg.), und am 9. Mai von Dresdenaus der vormalige sächs. Gesandte zu Paris und der franz. Obrist v. Montesquieumit unmittelbaren Aufträgen des Kaisers beim Könige in Prag ankamen, in wel-chen der Kaiser ihm s. Ankunft in Dresden meldete und eine bestimmte Erklärung ,darüber foderte, ob der König in s. Hauptstadt zurückkehren, Torgau und alle vor-handene sächsische Truppen zur Verfügung des Kaisers stellen und s. Obliegenhei-ten als Mitglied des Rheinbundes Genüge leisten wolle, widrigenfalls er Sachsen ^

als ein erobertes Land behandeln werde (ebendas. S. 80): so kehrte der König nach !

Dresden zurück, ließ Torgau den Franzosen öffnen, und s. Truppen nahmen Theil !an den folgenden Ereignissen des Feldzuges. — Während des Waffenstillstandeshatte Ostreich s. Rüstungen vollendet; die Fricdensunterhandlungen zerschlugensich, und nach dem Siege Napoleons bei Dresden (27. Aug.) wich das Glück von

j Waffen. DO französische, bei Großbeeren (23. Aug.) geschlagene Heer erlist