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Sachsen. I. Ältere Geschichte
selben nannte, ist historisch gewiß. Nur dürfte die von Adelung im „Direktorium"aufgestellte Abstammung dieses Hauses von dem gräfl. Hause Mansfeld, sowie dievon Wedekind (in s. Schrift: „Die Eingänge der Messen", Braunschweig 1815)angenommene Identität des tribua Kurioi mit der alten Burgmark Zörbig, in Er-mangelung näherer Notizen bei den beiden Hauptquellen für die älteste meißnischeGeschichte (im „Ditmar von Merseburg" und im „Odromeon lmuterdorxeiwe",das von einem ungenannten Mönche des von dem Hause Wettin gestifteten Klo-sters auf dem Petersberge bei Halle geschrieben ward), nie bis zur historischen Ge-wißheit erhoben werden können. — Konrad von Wettin, erster erblicher Markgrafvon Meißen, erbte nach dem Tode seines Vetters, des Grasen Heinrich von Wet- ,tin zu Eilcnburg, dessen cilenburgische Familienbesitzungen; vom Kaiser Lothar II.erhielt er (1143) die Reichsdomaine Rochlitz; auch ward er von demselben (1136)mit der östlichen Mark (Niederlausitz) belehnt; daher führte er auch den NamenNareliio Msnernns ot I.usivensl». Obgleich seine Länder nach s. Tode (1156)zwischen s. 5 Söhnen getheüt wurden, so sielen doch die meisten derselben, bei dem >frühzeitigen Erlöschen dieser Seitenlinien, an die meißner Stammlinie zurück, bis >1auf Brena mit Wettin, welche der deutsche König Rudolf 1. (1290), als ein er-öffnctes Reichslehen, dem Herzoge von Sachsen schenkte, sodaß Brena erst 1423zugleich mit dem Herzogthum Sachsen an Meißen zurückkam, Wcttin aber bereitsvorher auf das Erzbisthum Magdeburg übergegangen war. In unmittelbarerFolge regierten nach Konrad: sein Sohn Otto der Reiche (1156—90), unterwelchem die freibergsichen Bergwerke entdeckt und die ersten beiden leipziger Messengestiftet wurden; dann dessen ältester Sohn, Albrecht der Stolze (1190—95),und nach ihm der jüngere, Dietrich der Bedrängte (1195—1221), der mit seinemBruder in Streit verwickelt ward und erst nach Kaiser Heinrichs Vl. Tode, welcherMeißen als ein erledigtes Reichslehn einziehen wollte, zum ruhigen Besitze derMarkgrafschast gelangte. Durch die Vermählung dieses Dietrich mit der Tochterdes Landgrafen Hermann von Thüringen ward die unter s. Sohne Heinrich demErlauchten (reg. von 1221—88) erfolgende Vereinigung der Landgrafschaft Thü-ringen mit Meißen vorbereitet.
Die Landgrafschaft Thüringen umschloß bei weitem nicht den Umsangdes alten thüringischen Königreichs, das unter seinem letzten Könige Hermannfried(528) von den Franken und Sachsen zerstört und so getheilt ward, daß das eigent-liche Thüringen als Provinz an die Franken, der nördliche Theil am Harz aber andie Sachsen kam. Wenngleich nun nach dieser Zerstörung die Sorben in dem thü-ringischen Grenzlande zwischen der Elbe und Saale sich fcstsetzten, so drangen diesedoch noch nicht in das eigentliche Thüringen vor, das von den fränkischen, in dem-selben eingestellten Grafen und Herzogen gegen sie vertheidigt ward. Seit 687ward das Christcnthum durch den Briten Winfried (Bonifacius) in diesem Landeverbreitet, wo bereits mehre Städte (Erfurt, Weimar, Gotha, Eisenach, Eis-leben, Arnstadt, Nordhausen, Mühlhausen:c.) ausblühten, und mehre gräflicheGeschlechter (von Weimar, Gleichen, Mansfeld, Schwarzburg, Orlamünde,Beichlingen, Käfcrnburg u. a.) schöne Freigüter erwarben. Unter allen diesenthüringischen Geschlechtern erhob sich aber keins schneller als das vom Grafen Lud-wig mit dem Barte abstammendc, der, ein Anverwandter der Kaiserin Gisela,Gemahlin Konrads II., von dem Letztem (um 1026) einen beträchtlichen StrichLand in der Nähe des thüringer Waldes geschenkt erhielt und seine Besitzungendurch s. Vermählung mit der Gräfin Cäcilia von Sangerhausen erweiterte. In die- »sen Familienbesitzungen folgte ihm sein Sohn Ludwig (nach einer Fabel des Mittel-alters der Springer genannt), welcher die Wartburg und Stadt Freiburg erbaute.
Der Sohn desselben, Ludwig, erhielt 1130 die vom Kaiser Heinrich IV. in Thü-ringen begründete landgräfliche Würde, die ursprünglich ein kaiserl Richteramt