^ Münzstätte Murat 615
! hm. (S. Münzfuß.) Die durch die Grundsätze des Staatshaushalts über-haupt aufgeklärte Theorie des Geldwesens hat auch auf die Münzpolitik Ein-i stuf gehabt. Nach derselben gilt jetzt als ausgemacht: 1) daß alles Geld - undMünzwesen auf die Basis eines guten Metallgeldes gebaut werden müsse; 2) daßalle Stellvertreter des baaren Geldes stets mit dem Metallgelde in vollkommengleichem Werthe erhalten werden müssen; ,3) daß stets für einen solchen Vorrath! von großen und kleinen Münzen im Lande gesorgt werde, daß sowol die größten alskleinsten Werthe, welche in Verkehr kommen, damit ausgeglichen wcrdm können;
. 4) daß keine Münze im Umlaufe geduldet werde, deren innerer Feingehalt nicht all-gemein bekannt und mit dem Werthe der echten Landesmünze verglichen, baß auch. Niemand im Staate rechtlich verpflichtet sei, eine andre Münze im Verkehr alsZahlung anzunehmen als echte und gute Landesmünze; daß endlich stets für einehinlängliche Menge echter und guter Landesmünze gesorgt, und fremde Münze nieanders als nach ihrem innem Metallwerthe im Verkehr zugelassen werde. 1.
Münzstätte, der Ort, wo Münzen geschlagen werden, die Münze.Man erkennt die Stadt, wo die Münze geschlagen worden, gewöhnlich an einemdaraufgesetzten Buchstaben. So bezeichnet ^ auf franz. Münzen Paris, auf östr.Men, auf bairischen Bamberg, auf preuß. Berlin; 6 auf franz. Rouen, aufpreuß. Breslau, auf östr. Kremnitz; Lk auf franz. Strasburg; 6 auf franz.Caen, auf preuß. Kleve, auf östr. Prag; 66 auf franz. Besanyon; 0 auf frans.Lyon, auf preuß. Aurich, auf östr. Grätz; L auf franz. Tours, auf preuß. Kö-nigsberg, auf östr. Äarlsburg; H auf franz. Angers, auf preuß. Magdeburg, aufistr. Hall in Tirol; 6 auf franz. Poitiers, auf preuß. Stettin, auf östr. Nagy-Banya in Ungarn; ll auf franz. Röchelte, auf östr. (sonst) Günzburg; i aufstanz. Limoges; ti Bordeaux; 6 Bayonne; Tonlose; X Montpellier; OMm; k Dijon; tj bis 1709 Narbonne, nachher Perpignan; k Orleans; 8Tropes; 3' Nantes; II Pau; V Troyes; IV Lille; X Amiens; V Bourgesund 2 Grenoble.
Münzumlauf, s. Circulation und Geldumlauf.
' Münzwardein (Guardein), derjenige Münzbeamte, welcher dasKornund Schrot der Münzen (s. d.) bestimmt, berechnet und probirt, wogegen derMünzmeister die Aufsicht über das Mechanische des Münzens führt.
Murat (Joachim), der Sohn eines Gastwirths zuCahors, geb. 1771,
, war ein schöner Mann voll Feuer und Leben, allein er besaß mehr Muth und Ein-dildungskraft als Scharfblick und Charakter; daher ward er endlich ein Opfer s.i abenteuerlichen Schicksals. Als Knabe entlief er aus dem Collegium zu Toulouse,>vo er sich dem geistlichen Staude widmen sollte; später wurde er gemeiner Chas-seur und desertirte, diente in der constitutionnellen Garde Ludwigs XVi., trat dannals Lieutenant in das 12. Regiment Jäger zu Pferde, stieg als eifriger Jakobinerin der Armee bis zum Oberstlieutenant, ward als Terrorist abgesetzt und irrte hinund her, bis ihn sein Stern in Bonaparte's Nähe führte. Er war sein Adjutant! 1796 in Italien, zeichnete sich als, Cavalerieofficier durch kühne Entschlossenheit. aus und folgte dem Feldherrn nach Ägypten. Hier entschied er den Sieg bei Äbu-! kir gegen die Türken und kehrte als Divifionsgeneral mit Bonaparte zurück. Am! 18. Brumaire vertrieb er mit dem Bayonnet die Fünfhundert aus dem Saale in' St.-Cloud und heirathete 1800 Marie Annonciade Karoline (geb. 1782), diejüngste Schwester des Oberconsuls. So trat er ein in die Laufbahn des glücklichenEorsen. Er kämpfte für ihn bei Marengo und ward 1804 Reichsmarschall, Groß-^ admical und Prinz des franz. Reichs. Der Feldzug von 1805 gegen Ostreich,wo er an der Spitze des Heers in Wien cinzog, gab ihm 1806 das GroßherzogthumBerg; der Krieg mit Preußen 1806 und mit Rußland 1807, wo er mit der Ca-»alerie unaufhaltsam die Siege seines Meisters verfolgte, gab ihm die Auszeich-nung, mit einem franz. Heere 1808 Madrid zu besetzen und die Krone Ferdinands